Unternehmens-Einblick: Wie wird digitale Souveränität umgesetzt?
Shownotes
Einwohnerzahl EU, Stand 2024: 450 Millionen. Quelle: Statistisches Bundesamt
Zum Artikel von Bernd Korz mit drei Forderungen für digitale Souveränität: https://t3n.de/news/der-kampf-um-digitale-souveraenitaet-wie-europa-seine-ki-zukunft-gestalten-muss-1681478/
Link zur aktuellen Ausgabe: https://page.t3n.de/europa
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Stella: Schön, dass ihr wieder eingeschaltet habt zu einer neuen Folge von t3n Interview
Stella: und wieder mit dem Schwerpunkt digitale Souveränität, wie wir ihn auch gerade im Heft behandeln.
Stella: Und übrigens die Landingpage zu unserem aktuellen Heft mit allen Infos,
Stella: die findet ihr auch in den Shownotes.
Stella: Aber es soll jetzt natürlich auch um ein ganz konkretes Thema gehen.
Stella: Ich hatte es letzte Woche schon angekündigt.
Stella: Wir sprechen heute darüber, wie digitale Souveränität eigentlich in einem Unternehmen
Stella: gelebt wird, wie sie aussehen kann.
Stella: Und dafür ist heute bei mir Bernd Korz zu Gast. Er ist Alugha-Gründer und wir
Stella: werden auch gleich darüber sprechen, was Alugha eigentlich macht.
Stella: Ich bin Stella-Sophie-Wolzak, Host von t3n Interview und ich freue mich jetzt,
Stella: Bernd bei uns im Studio zu begrüßen. Hallo Bernd.
Bernd: Hallo Stella, ich freue mich hier sein zu dürfen.
Stella: Und ich würde sagen, wir steigen direkt ein. Und zwar mit der ersten Frage,
Stella: was macht eigentlich Alugha?
Bernd: Wenn ich es mal ganz runterbreche, sind wir eine Alternative zu Youtube in Europa.
Bernd: Das ist so das kleinste Element davon.
Bernd: Wir sind eigentlich eine Videoplattform, die versucht, so souverän wie möglich
Bernd: zu sein und besonders im Bereich Mehrsprachigkeit und Barrierefreiheit unterwegs ist.
Bernd: Das heißt, du kannst bei uns deine Videos wie auf anderen Plattformen auch hochladen.
Bernd: Nur das war ja gucken, dass du richtige Metadaten und Transkript und Untertitel
Bernd: und Übersetzungen bis zu 200 Sprachen hast.
Stella: Du hast gerade gesagt schon, eigentlich konkurrent auch zu Youtube.
Stella: Das heißt, da ist ja schon mal klar, warum das Thema digitale Souveränität für
Stella: dich wichtig ist. Aber auch ihr als Firma lebt es ja.
Stella: Aber gib uns da mal eine Übersicht. Warum ist digitale Souveränität für dich
Stella: ein so wichtiges Kernthema?
Bernd: Wir machen uns natürlich abhängig. Ich rede jetzt nicht von Deutschland,
Bernd: ich rede bewusst von Europa.
Bernd: Oder gestern hat jemand zu mir gesagt, ja, aber die EU ist nicht Europa.
Bernd: Ich rede trotzdem von Europa und meine damit auch die EU.
Bernd: Das Problem ist, und ich bin jetzt mal total verrückt, okay,
Bernd: moderne Kriegsführung ist heute Daten.
Bernd: Und das ist ein ernsthaftes Problem. Und wenn wir alles in andere Länder geben
Bernd: und wir leben in einer sehr kritischen Zeit gerade,
Bernd: in der politisch sehr umtriebene Menschen sind und wir geben alle unsere Daten,
Bernd: wir sagen mal, oh, China ist so gefährlich, aber wir geben eigentlich alle Daten in die USA.
Bernd: Und das tun wir, das heißt, unser ganzes Wissen transferieren wir dorthin.
Bernd: Und das halte ich im Moment für nicht ungefährlich. Wir machen uns abhängig.
Bernd: Und das heißt, wenn ich jetzt mal als Beispiel einen Richter vom Internationalen
Bernd: Strafgerichtshof, der einen Haftbefehl gegen Netanjahu erlassen hat und Donald
Bernd: Trump gesagt hat, das geht gar nicht, das darfst du nicht.
Bernd: Und der gesagt hat, naja, das ist mein Job als Richter und den nehme ich sehr
Bernd: ernst und das haben mehrere Länder mir vorgetragen, deswegen muss ich das auch tun.
Bernd: Und dem wird alles gesperrt. Der hat ein Apple-iPhone, da kommt er nicht mehr dran.
Bernd: Der hat ein Outlook-Cloud von Microsoft, das heißt, er kommt an seine E-Mails da nicht mehr dran.
Bernd: Der bucht über Expedia mit seiner Mastercard, das kann er nicht mehr benutzen,
Bernd: Paypal kann er nicht mehr benutzen und das ist gefährlich.
Bernd: Und deswegen meine ich ja diese Abhängigkeiten, die wir uns begeben.
Bernd: Ich sage nicht, dass diese Dinge wie Mastercard schlecht sind,
Bernd: die sind ja convenient und auch ein Apple-iPhone ist cool.
Bernd: Aber wir müssen ein bisschen versuchen, uns aus dieser Abhängigkeit zu lösen.
Stella: Was an der Stelle wichtig ist, du sagst, aus der Abhängigkeit lösen.
Stella: Heißt das denn für dein Verständnis von digitaler Souveränität,
Stella: wir müssen einfach generell quasi die Verbindungen zu beispielsweise Microsoft
Stella: Office-Kappen, komplett eigenständige Alternativen finden?
Stella: Oder geht es eher darum, aus deiner Sicht den Markt zu öffnen,
Stella: wieder einfach mehr Auswahl auch zu haben?
Stella: Weil wir sehen ja, wie dominant einfach aktuell US-Firmen bei uns im Arbeitsalltag beispielsweise sind.
Bernd: Ich nehme jetzt mal bewusst zwei Beispiele aus dem echten Leben.
Bernd: Elektroauto und kein Fleisch essen. Bei mir kommt beides zu tragen,
Bernd: schon viele Jahre. Und die Leute sagen, warum machst du das denn?
Bernd: Stört dich das, wenn ich sage, nein, du musst ja wissen, wenn du ein Verbrennerauto
Bernd: fährst oder wenn du Tiere isst.
Bernd: Das ist ja deine Sache. Ich mache es ja nicht, um dich zu überzeugen.
Bernd: Ich glaube aber, diese Diversität, die ist ganz relevant.
Bernd: Zu sagen, das sind Alternativen, die auch da sind, die wachsen,
Bernd: die am Markt präsent sind. Und so ist das im digitalen Bereich.
Bernd: Ich kann diese Produkte bewusst benutzen, das ist für mich auch ein Stück weit
Bernd: legitim, wenn das jemand meint, er muss das tun, ist das auch okay,
Bernd: aber ich muss auch die Möglichkeit geben, diesen Menschen zu sagen,
Bernd: du hättest ja auch eine Alternative, du kannst auch ein anderes Produkt benutzen,
Bernd: ich weiß nicht, ob man jetzt Name-Dropping machen darf, aber du könntest ja zum Beispiel sagen,
Bernd: ich benutze jetzt kein Office,
Bernd: sondern ich benutze eine Nextcloud und da habe ich mein Office mit drin und
Bernd: das mache ich zum Beispiel mit Headstown, weil die das für mich hosten.
Bernd: Ich möchte diese Vielfalt anbieten, denn Konkurrenz belebt auch das Geschäft und macht auch kreativ.
Stella: Lass uns genau dabei dem Thema bleiben. Wie macht ihr das bei Alugha?
Bernd: Wir fangen mal ganz unten an mit dem ganzen Video-Hosting. Ich zähle mal kurz,
Bernd: wie das bei uns funktioniert.
Bernd: Natürlich ist dieses Convenience zu sagen, ich habe eine AWS oder eine Google
Bernd: Cloud. Die Sachen funktionieren super. Die wissen schon was,
Bernd: die machen und wie das geht. Das sind die Top drin.
Bernd: Aber wir sagen zum Beispiel, die letzten Video bei uns hoch,
Bernd: dann geht es erstmal zu Hetzner. Dann ist das erstmal in Nürnberg, also in Deutschland.
Bernd: Jetzt sagen wir, Strom ist ein bisschen teuer in Deutschland,
Bernd: also Energie generell ist ja teuer in Deutschland. Deswegen schieben wir das
Bernd: Ganze erstmal nach Finnland.
Bernd: Immer noch Europa, immer noch EU, aber immer noch Hetzner.
Bernd: Das bleibt also bei uns. Von da aus schieben wir das dann auf andere Surfer,
Bernd: in denen wir unseren Object Storage betreiben.
Bernd: Das machen wir in Österreich, das machen wir in Deutschland,
Bernd: das machen wir in Paris mit Anbietern.
Bernd: Und wenn das dann fertig ist, dann enkodieren wir das Ganze und dann geht das
Bernd: wieder zurück und die Leute können das streamen über einen CDN-Anbieter, den wir in Europa haben.
Bernd: Das heißt, da ist in dieser ganzen Kette schon mal keine US-Technologie mit
Bernd: drin, wo unsere Kunden auch nicht wissen, oh, da gehen die Daten in die USA.
Bernd: Ich will das eigentlich gar nicht, weiß das aber nicht.
Bernd: Dann geht es weiter. Wir müssen natürlich auch, wir sind ja nicht ganz so klein
Bernd: mit Alugha, wir streamen auch sehr viel.
Bernd: Das heißt, wir müssen oder wir unterliegen auch gewissen Restriktionen.
Bernd: Wir müssen also gewisse Sachen tracken, weil bei uns auch Kinderpornografie
Bernd: hochgeladen wird, terroristische Videos, die analysiert werden müssen.
Bernd: Und da müssen wir gewisse Sachen tracken. Aber auch das sagen wir,
Bernd: da braucht man kein Google verwenden, keine Google Analytics.
Bernd: Wir nehmen einfach Matomo, das ist Open Source und das haben wir auf Servern
Bernd: bei Hetzner und diese Daten, die bleiben einfach bei uns und die gehen auch
Bernd: nirgendwo raus und das sind wir schon mal beim Tracking,
Bernd: das sind wir beim Hosting, beim Encoding, beim Streaming, das ist alles hier,
Bernd: nicht nur in Deutschland oder in Europa, weil man ja auch gerne sagt,
Bernd: ja, weil wir machen ja alles auf Servern in Europa.
Bernd: Natürlich mit AWS, aber die haben ja einen Server in Frankfurt,
Bernd: das ist trotzdem AWS dahinter.
Bernd: Und dann hat die US-Regierung Zugriff da drauf. Das ist einfach so.
Bernd: Deswegen sagen wir, nein, wir gehen noch einen Schritt weiter.
Bernd: Und der ist gar nicht so schwer, weil alle immer sagen, ah, das ist so kompliziert
Bernd: und so teuer, dieses Märchen, das hält sich ja total verrückt, wie teuer das wäre.
Bernd: Die Realität ist, den CDN, den wir benutzen, der kostet ein Zehntel von AWS oder Google.
Bernd: Hetzner, was wir verwenden, kostet ein Viertel von Google und Microsoft.
Bernd: Und auch wenn wir jetzt die Sachen in Europa machen, das machen wir mit der
Bernd: OVH-Cloud, die sitzen in Köln und Paris oder respektive Frankreich.
Bernd: Das ist auch kostengünstig und es ist fair und du kannst mit diesen Menschen
Bernd: auch sprechen, du kannst mit denen treffen und so ist unser ganzes Konglomerat,
Bernd: wenn du zum Beispiel mit uns einen Call machst, unsere PR-Agentur,
Bernd: die dann immer ein Google-Meet immer macht, die sagen, oh Leute, hört auf damit.
Bernd: Auch das benutzen wir nicht. Wir benutzen Opentalk, das ist komplett Open Source.
Bernd: Wir brauchen kein Microsoft Teams oder Zoom. Das kannst du mit Opentalk machen.
Bernd: Wir benutzen kein Slack und kein Discord. Das machen wir mit Elements und Metrics
Bernd: auf unseren eigenen Surfern.
Bernd: Wir benutzen eigene Keyword-Manager mit Bitwarten, dass wir selber hosten.
Bernd: Du kannst das alles selbst machen. Du kannst auch dein Office selbst machen
Bernd: mit LibreOffice, was du selbst hosten kannst.
Stella: Und da steigen wir jetzt auch tiefer ein. Vielleicht, um das einmal einzuordnen,
Stella: du hattest auch gesagt zum Beispiel, Bei AWS-Servern auch in Europa ist es so,
Stella: dass die US-Regierung Zugriff hat.
Stella: Da geht es einfach um Gesetzgebung auch im Hintergrund, dass es so ist,
Stella: beispielsweise bei Strafverfolgung etc., dass sie diese Daten abrufen kann.
Stella: Also beispielsweise auch, wenn ich jetzt eine deutsche Firma bin,
Stella: europäisch hoste etc., weil es eben eine US-Firma ist mit AWS,
Stella: also Amazon Web Services dahinter. Du hast auch schon jetzt ein paar Alternativen genannt.
Stella: Du hast auch gesagt Kostenvorteile. Es ist günstiger.
Stella: Aber gucken wir noch mal auf die Anfänge von Alugha. Du hast uns noch gar nicht
Stella: verraten, wie lange gibt es euch eigentlich?
Bernd: Die Idee hatte ich 2012 oder 2011 sogar schon.
Bernd: Die Idee ist entstanden, ich habe Seinfeld geguckt. Ich liebe Seinfeld.
Bernd: Ich habe Seinfeld geguckt und ich versuche das auf Englisch zu gucken,
Bernd: um meine Englischkenntnisse zu vertiefen.
Bernd: Und meine Frau sagt, ah, kannst auf Deutsch umschalten. Ich habe dann so diese
Bernd: DVD umgeschaltet, Deutsch-Englisch und ich so, ach cool.
Bernd: Cool, Deutsch, Englisch, wie geil ist das denn? Das mache ich mit meinen Youtube-Videos.
Bernd: Ich habe damals sehr aktiv Youtube-Videos gemacht, ich war zu der Zeit auch
Bernd: Youtube-Partner und habe viele Millionen Aufrufe auf meine Videos gehabt und
Bernd: denke, ah, das mache ich jetzt auf Youtube. Aber das gab es nicht.
Bernd: Wieso gibt es denn das nicht? Jede DVD kann das ja, das kann Rocket sein.
Bernd: Und dann habe ich angefangen, an so einem Konzept zu arbeiten und hatte einen
Bernd: potenziellen Investor, der aber gesagt hat, die Entwicklung ist so teuer,
Bernd: weil der hat sich Angebote eingeholt und das ist mir zu riskant.
Bernd: Und dann bin ich nach Hause, war total frustriert.
Bernd: Und mein Sohn Niklas, der war damals 15, war da technisch schon sehr affin,
Bernd: hat das schon entwickelt.
Bernd: Und der kam, den Dienstag saß, das werde ich nie vergessen. Also ich bin Freitags
Bernd: nach Hause, war total frustriert. Dann denke ich, schade, ich hätte das gerne gemacht.
Bernd: Und Dienstag abends war Bayern gegen FC Barcelona Champions League Spiel.
Bernd: Das ist ja die Mannschaften.
Bernd: Und Niklas kommt ins Wohnzimmer und sagt, Papa, kann ich dir mal was zeigen? Ich so, was?
Bernd: Nee, jetzt nicht. Dauert nur zwei Minuten. Dann klappt er sein Laptop auf und
Bernd: macht Youtube auf und wechselt die Sprachen.
Bernd: Dann sagt sie, hä, das ist doch genau meine Idee gewesen. Wo hast du das gefunden?
Bernd: Nein, das habe ich nicht gefunden, das habe ich dir entwickelt am Wochenende. Was?
Bernd: Und da ist dann dieser Prototyp entstanden. Wir haben da immer wieder dran gearbeitet.
Bernd: Wir waren da zu dritt. Itamar damals, guter Freund von mir, der auch unser CTO
Bernd: ist, dem gehört auch 2% von Alugha.
Bernd: Wir haben da zu dritt daran rumgemacht und ein sehr guter Freund von mir, der Gregor hat.
Bernd: Der, mit dem ich oft zu tun hatte, wir oft miteinander Projekte gemacht,
Bernd: haben wir gesagt, hey, ich finde das total spannend, lass uns nochmal zusammensetzen,
Bernd: wollen wir das nicht zusammen machen?
Bernd: Und dann sind wir 2014 aus dieser Idee ist dann eine GmbH geworden.
Stella: Danke für die kurze Einordnung. Aber du hast auch gesagt, du hattest ja früher
Stella: einen guten Draht zu Youtube.
Stella: Also du warst Youtube-Partner, das heißt, du hattest dann eine Verbindung zu,
Stella: hast dann eben angefangen, auch nach einem Rückschlag, nach der ersten Ablehnung,
Stella: Alugha aufzubauen. Und das ist für mich der spannende Punkt.
Stella: Warst du von vornherein mit Alugha beim Thema digitale Souveränität,
Stella: worüber wir, korrigiert mich gerne oder korrigiere mich in dem Fall gerne,
Stella: 2014 eigentlich noch nicht gesprochen haben unbedingt in Europa.
Stella: Digitale Souveränität war da nicht ganz oben auf der Liste.
Stella: Wie hast du dieses Thema da für dich gesetzt? Hast du bei Alugha von vornherein
Stella: gesagt, ich möchte auf europäische Lösungen beispielsweise gucken,
Stella: einfach nicht nur in die USA oder kam das erst mit der Zeit?
Bernd: Also die ersten zwei Jahre, Google war ja mal ein cooler Laden.
Bernd: Das ist ja so gewesen. Und ich war selber, ich habe gerne Google-Produkte verwendet.
Bernd: Ich habe immer Google Maps verwendet, nicht nur verwendet.
Bernd: Ich war auch sehr aktiv, bin immer jemand, der gerne zurückgibt.
Bernd: Ich habe gesagt, Mensch, cool, Leute machen Fotos auf Google Maps zum Beispiel.
Bernd: Wenn du mein Profil auf Google Maps anguckst, ich habe fast 200 Millionen Aufrufe.
Bernd: So oft gucken die Menschen meine Beiträge an, 200 Millionen Mal.
Stella: Weißt du, auf wie viele Beiträge du hast?
Bernd: Viele Tausend.
Stella: Also hast du ordentlich Daten an Google geliefert?
Bernd: Habe ich. Damals habe ich gesagt, Mensch, toll, da ist ein Unternehmen,
Bernd: was Menschen gemeinsam was machen lässt und das wächst. Das war auch ein Geben und Nehmen.
Bernd: Aber am Ende war es nur ein Nehmen von Google.
Bernd: 2016 dann irgendwann, wir haben auch am Anfang AWS verwendet,
Bernd: Poly und wie das alles war, weil wir auch davon lernen wollten.
Bernd: Und diese großen Unternehmen haben
Bernd: das ja auch angeboten. Das war auch convenient, die Sachen zu benutzen.
Bernd: Cool, zack, kurz eine API, machst du kurz rein, kriegst du einen Key,
Bernd: bezahlst du ein bisschen was, funktioniert.
Bernd: Also ich verstehe, ich so denke, die Sachen sind einfach zu benutzen.
Bernd: Und 2016 ging das los, wo wir gesagt haben...
Bernd: Ich habe da Bauchschmerzen. Ich habe da echte Bauchschmerzen,
Bernd: dass unsere Daten einfach immer in die USA gehen.
Bernd: Wir hatten den ersten Kunden, großen Kunden, der gesagt hat,
Bernd: wir haben viele interne Videos.
Bernd: Was können wir machen, dass die nicht in die USA gehen? Da waren wir auch schon
Bernd: bei Headstand. Das haben wir alle schon in Deutschland gemacht.
Bernd: Hatten wir Google Analytics und haben dann, ab 2016 sind wir immer weiter davon weggegangen.
Bernd: Innerhalb von zwei Jahren, wo wir gesagt haben, klar, wir haben auch eine Schnittstelle
Bernd: zu Microsoft Azure und wir haben auch Kunden, die das benutzen.
Bernd: Die sagen, ich habe einfach mit denen einen Vertrag. Und dann sagen wir,
Bernd: okay, das musst du ja selber wissen.
Bernd: Dann ist was abgeschottet und deine Daten gehen da auch hin.
Bernd: Aber wir als Alugha und die Leute, die bei uns so Sachen hochladen,
Bernd: das ist so ab 2016, 2017, wo das massiv losging, wo wir gesagt haben,
Bernd: jetzt ist wirklich Schluss damit.
Stella: Das heißt, erstens, es war auch ein Kundenimpuls, dem ihr gerecht werden wollt.
Stella: Du hast es angesprochen, Videos auch nicht auf Servern in die USA etc.
Stella: War aber auch für euch tatsächlich dann was Internes, was ihr gemerkt habt von
Stella: der Umstellung, dass ihr das eben ab 2016 dann so gemacht habt.
Bernd: Also die Leute haben uns gefragt zum Beispiel, können wir, wenn wir bei euch
Bernd: Videos multilingual fertig machen, die auf Youtube hochladen?
Bernd: Und Youtube hat zu uns gesagt...
Bernd: Wir stellen euch keine Schnittstelle zur Verfügung. Dann haben wir gesagt,
Bernd: aber warum? ScreenFlow kann das, Final Cut kann das, Adobe Premiere kann das.
Bernd: Und stellt ihr uns das nicht zur Verfügung. Was soll das? Da wurde es immer
Bernd: geblockt. Das hat uns schon gestört.
Bernd: Und es ging dann immer weiter. Und auf einmal, wir waren ja nicht mehr in der
Bernd: Google-Suche drin. Dann haben wir gefragt, warum?
Bernd: Ihr habt zu viele Videos auf eurer Seite. Dann haben wir gesagt, aber Moment.
Bernd: Auf Youtube sind ganz viele Videos. Und ihr habt auch in der Google-Suche drin.
Bernd: Du hast richtig gemerkt, Europa und was ihr da macht. und wir machen unser Ding
Bernd: und ihr frisst oder stirbt.
Bernd: Und das hat uns so sehr gestört, dass wir gesagt haben, boah,
Bernd: wenn wir da jetzt schon so abhängig
Bernd: sind, wie ist das denn, wenn wir mal wirklich wachsen, die machen so,
Bernd: und dann sind wir weg und dann ist da nichts mehr. Und das dürfen wir nicht zulassen.
Bernd: Das fing da, diese Denke war da schon so da.
Stella: Wie viel persönlicher Frust war an der Stelle auch dabei? Weil ich meine,
Stella: das hat euch ja auch blockiert an dem Wachstum.
Bernd: Enorm. Es war wirklich schwierig. Und auch immer diese Argumentation, da ist doch Youtube.
Bernd: Ich nehme mal für Youtube. Und was wollen wir denn mit euch?
Bernd: Und wer seid ihr denn überhaupt?
Bernd: Da spielt schon wirklich Frust mit. Aber diese Entscheidung kam nicht nur wegen
Bernd: dem Frust diesem Unternehmen gegenüber.
Bernd: Die war einfach, wo du gemerkt hast, wow, das hätte ja auch ein Unternehmen
Bernd: aus China, Russland oder wo auch immer sein können.
Bernd: Es war halt Youtube und es ist ja auch diese großen Unternehmen, wo du gemerkt hast, oha,
Bernd: wenn ich jetzt mal Google nehme, die haben die Daten von Youtube, von Google Workspaces,
Bernd: von den Google Drive Geschichten, dann haben sie Daten von Android,
Bernd: von Google Maps, dann benutzen noch Hangouts und Meet und dann hast du Youtube,
Bernd: all diese Daten fliegen dorthin.
Bernd: Denn was machen die mit den Daten?
Bernd: Dann Google Analytics, du gibst dann auch wirklich Zugriff auf alles,
Bernd: die wissen genau was, wann, wo, wie passiert, dann benutzen noch Google Pay,
Bernd: die wissen wann du wo bist, was du wie bezahlst und haben dann gedacht,
Bernd: das ist ja verrückt, das ist ja ein Unternehmen.
Stella: Das heißt, ihr habt früh einfach gemerkt, welche Folgen auch für euch wirtschaftlich
Stella: auch diese Abhängigkeit haben kann.
Bernd: Ja. Und ich muss mal dazu sagen, die Leute haben mal gesagt,
Bernd: du bist doch bekloppt. Warum macht ihr das denn selber? Weißt du aber, wie aufwendig das ist?
Bernd: Ja, ich weiß das, dass das aufwendig ist, aber es ist gar nicht so aufwendig, wie man denkt.
Stella: Wie aufwendig ist es denn konkret? Du hast ja die ganzen Alternativen genannt,
Stella: hast auch gesagt, Google Meet beispielsweise weit verbreitet,
Stella: also in eurem Arbeitsalltag.
Stella: Wie oft kommt ihr da gerade extern an Grenzen?
Bernd: Ich gebe jetzt mal ein Beispiel. Wir benutzen für die interne Terminplanung,
Bernd: und auch wenn du einen Termin mit uns buchst, benutzen wir eine Open-Source-Kalenderlösung,
Bernd: die man aber auch bei denen hosten kann.
Bernd: Wenn die halt kaputt geht, dann müssen wir das neu konfigurieren.
Bernd: Das machen wir zwei, drei Stunden Arbeit.
Bernd: Wie Niklas war es gestern, das weiß ich, weil eine Mitarbeiterin hat gesagt,
Bernd: du, wenn ich auf eure Meet-Me-Seite gehe, dann kann ich nicht mehr anklicken,
Bernd: dass ich einen Termin buchen kann.
Bernd: Dann war das kaputt. Das muss er komplett neu kompilieren. Das heißt,
Bernd: du brauchst schon jemanden im Haus, wo das auch kann oder du musst Zugriff auf
Bernd: Menschen haben, die das können. Das muss einem bewusst sein.
Stella: Also du brauchst die Fachkräfte. Ihr seid ja 40 Mann, glaube ich, im Team Mann und Frauen.
Bernd: Ja, ich glaube sogar mehr Frauen als Männer. Ja, glaube ich.
Bernd: Ja, wir haben Entwicklerinnen, Entwickler, die das machen und wir haben vom,
Bernd: sagen wir so, Deep Tech bis Frontend ist da alles bei uns vertreten,
Bernd: wobei wir ein relativ kleines Entwicklungsteam sind.
Bernd: In der Entwicklung sind wir, ich glaube, zehn Frauen und Männer.
Bernd: Der Rest ist dann verteilt über die ganzen Datengeschichten,
Bernd: die wir machen und Support und Marketing.
Bernd: Aber letzten Endes, ich sage mal, wenn ich jetzt als Beispiel Nextcloud nehme.
Bernd: Du willst eine eigene Cloud aussetzen, wo du sagst, da sind meine ganzen Daten drin.
Bernd: Da kann ich auch meine Termine planen intern. Da kann ich alles drin haben, was ich brauche. Ja.
Bernd: Da gehst du auf Hetzner und dann klickst du auf einen Button und dann stellt
Bernd: Hetzner dir das auf deinem Surfer zur Verfügung.
Bernd: Das ist zehn Minuten Arbeit. Und die machen auch die Updates für dich.
Bernd: Das ist nicht mehr so wie früher, wo du gesagt hast, oh Gott,
Bernd: ich muss da eine Commandline und da ganze Shell-Skripte schreiben.
Bernd: Die Zeiten sind schon lange vorbei.
Stella: Aber wie ist denn das Feedback dann von anderen Firmen, mit denen du dich austauscht?
Bernd: Erschreckend teilweise warum wie kompliziert ist das so teuer und so kompliziert
Bernd: es gibt keine Alternativen wir machen das doch jeden Tag also entweder bin ich völlig verblödet,
Bernd: und red mir irgendwas selber eigentlich red mir eine Welt schön mach mir mal
Bernd: eine Welt wie sie mir gefällt oder ihr seid einfach,
Bernd: nicht innen drin sich motiviert genug, ich weiß das nicht, aber tatsächlich
Bernd: ist es draußen so, dass viele denken, das ist zu kompliziert,
Bernd: das ist zu teuer und es gibt keine Alternativen und dem ist halt nicht so.
Stella: Hast du eine These, woher das kommt, dieser Gedanke, es gibt keine Alternativen,
Stella: es ist kompliziert, es ist teuer, weil du hast ja gerade eigentlich alles widerlegt,
Stella: es sei günstiger, du hast mehrere Alternativen genannt, es ist umsetzbar im Alltag.
Bernd: Ich gebe mal ein Beispiel.
Bernd: Jetzt nehmen wir mal Herrn Markus Söder. Herr Markus Söder hat jetzt vor ein
Bernd: paar Wochen beschlossen, wir nehmen einfach alles von Microsoft.
Bernd: Da wird Milliarden hingelegt, da wird gar nichts, wir nehmen Microsoft fertig.
Bernd: Dann bist du natürlich eine normale Bürgerin und sagst, okay,
Bernd: wenn die Regierung sagt, wir nehmen das, die wissen ja, was die machen.
Bernd: Und dieses, man muss es einfach ständig wiederholen, dann wird es schon richtig sein.
Bernd: Der Mensch ist ein Herdentier und wenn ich natürlich von oben herunter schon
Bernd: suggeriert kriege, das ist gut, das ist richtig, was da passiert,
Bernd: also meine Regierung weiß ja, was die tut.
Bernd: Davon gehe ich ja aus, das lerne ich ja schon in der Schule und dann,
Bernd: das ist nämlich genau der nächste Punkt.
Bernd: Leute bewerben sich bei uns, also ich hatte in der Schule, in der Oberstufe
Bernd: und Und im Studium hatte ich MS Office, Adobe und Canva.
Bernd: Du hattest gar nichts anderes? Nee, das haben wir immer benutzt.
Bernd: Da kenne ich mich aus mit. Das ist convenient.
Bernd: Und dann sagen wir, ach Gott, wenn ich der jetzt beibringen muss,
Bernd: Final Cut zu verwenden oder eine Open Source Lösung und nicht Adobe Premiere,
Bernd: das mache ich nicht. Okay, dann nimm das.
Bernd: Das ist halt, wie wir die Menschen auch da, ich will nicht sagen treiben,
Bernd: aber hinführen in dieses.
Bernd: Und das machen Google und Co. verdammt gut.
Stella: Also ein Punkt, den du ansprichst, fehlende Vorbilder. Das war ja dein erstes Beispiel.
Stella: Und das zweite Thema, Bildung. Da muss man auch sagen, du bist auch Kolumnist
Stella: für t3n und hast darüber unter anderem auch mal eine Kolumne geschrieben.
Stella: Und den Link, den werdet ihr in den Shownotes finden.
Stella: Und da hast du ja dich genau auch mit dem Thema Bildung auseinandergesetzt.
Stella: Lass uns da noch einmal konkreter draufschauen.
Stella: Was forderst du denn dann, damit eben das Thema digitale Souveränität auch schon
Stella: an Schulen und auch gerade an Universitäten besser vielleicht vorgelebt wird,
Stella: besser Alternativen gezeigt werden?
Bernd: Also Bildung ist ein Riesenthema. Für mich eines der wichtigsten Themen überhaupt.
Bernd: Und ich sage immer, also wenn wir keinen Sauerstoff kriegen,
Bernd: sterben wir relativ schnell.
Bernd: Vor ein paar Minuten ist der Drop gelutscht.
Bernd: Wenn wir kein Wasser kriegen, dauert es ein paar Minuten länger,
Bernd: vielleicht auch ein paar Tage.
Bernd: Aber je nachdem, wo auf der Erde wir sind, ist auch da relativ schnell der Drop gelutscht.
Bernd: Und das Drittwichtigste für mich ist eigentlich Bildung.
Bernd: Weil wir Menschen lassen uns natürlich beeinflussen und treiben, wenn uns Wissen fehlt.
Bernd: Und das wird auch gerne gesteuert. Ich bin kein Verschwörungstheoretiker.
Bernd: Aber ich glaube, wenn Menschen Zusammenhänge besser verstehen würden und die
Bernd: kriegt man durch Bildung, durch fundiertes Wissen, durch ein breites Wissen.
Bernd: Ich muss in nichts der absolute Prof sein.
Bernd: Aber wenn ich ein breites Wissen habe und Transferwissen habe,
Bernd: kann ich Dinge auch besser verbinden.
Bernd: Und wie Steve Jobs gerne gesagt hat, connect the dots. Und das kann ich aber nur mit Bildung.
Bernd: Wir lernen viele Dinge in der Schule, wo jeder von uns sagt,
Bernd: also das brauche ich nie mehr.
Bernd: Da weiß ich gar nicht, was ich da gelernt habe. Natürlich ist dieses Lernen
Bernd: ja auch dafür da, um unser Gehirn zu trainieren, um Zellen zu trainieren und
Bernd: die Kapazitäten auszubauen.
Bernd: Aber ich glaube, wenn wir ein bisschen mehr Dinge auch in diese Richtung digitale
Bernd: Welt schon relativ früh lernen würden, Und mit Lernen meine ich nicht,
Bernd: so benutzt du dein Google Workspace, so machst du ein Video mit Adobe Premiere.
Bernd: Das meine ich nicht mit Bildung. Ich meine, guck mal, diese Dinge funktionieren
Bernd: so und so, weil sie so und so sind und da und daher kommen.
Bernd: Und das ist aber auch der Impact, der dahinter steht.
Bernd: Und das gehört für mich auch in die Bildung rein, den Menschen früh...
Bernd: Und eine Basis an Wissen mitzugeben, um entscheiden zu können.
Stella: Heißt dann aber ja auch, verschiedene Software beispielsweise einzubinden, oder?
Stella: Also das wäre ja schon eine Forderung, die du hast, dann auch eben an der Schule,
Stella: an der Uni nicht irgendwie, weiß ich nicht, Adobe zu favorisieren,
Stella: sondern eben Alternativen aufzuzeigen und die auch mit vorzustellen, oder?
Bernd: Eben. Warum machen wir das? Ich verstehe natürlich auch die andere Seite.
Bernd: Die Lehrerin, die da vorne steht, sagt, Horschma, ich habe hier 26 Schüler.
Stella: Ich muss auch die ganzen Klassenarbeiten durchsehen. Ich habe sowieso super viel Druck.
Stella: Also wenn wir auf das Bildungssystem heute schauen würden, wäre das nochmal
Stella: ein ganz anderer Schnack. Aber eben, das ist ja auch eine Zeitfrage einfach.
Stella: Wie können das Lehrkräfte, wie können das Dozenten, Professoren abbilden?
Bernd: Ich sage jetzt nicht, ich habe eine Lösung. Ich sage aber erstmal,
Bernd: das Gute ist, wenn du heute jetzt ein Word verwendest von Microsoft und nimmst
Bernd: ein LibreOffice, auch wenn du LibreOffice nie verwendet hast,
Bernd: dann weißt du aber zu 90 Prozent, wie das funktioniert, weil die Sachen schon
Bernd: relativ identisch sind.
Bernd: Du kriegst ja schon Interface vom Betriebssystem mitgegeben.
Bernd: Wenn du heute viel mit Microsoft gemacht hast und du switchst dann auf den Mac,
Bernd: den kannst du ja auch benutzen.
Bernd: Natürlich gibt es ein paar Sachen, die du nicht kennst, aber im Groben und Ganzen
Bernd: brauchst du zehn Minuten, dann kannst du mit dem Mac deine Sachen machen.
Bernd: Und so sehe ich das. Die Sachen sind schon so gebaut, auch diese Open Source
Bernd: und Alternativlösungen, nicht nur Open Source, auch andere Alternativlösungen,
Bernd: sind so gebaut, dass ich relativ leicht einsteigen kann.
Bernd: Aber wenn mir das schon verwehrt wird von vorne und sagen, nee,
Bernd: wir nehmen einfach dieses Produkt A und fertig, dann hakt es bei mir in der Bildung.
Stella: Was ich da ganz spannend finde, den Punkt, den du gesagt hast,
Stella: so gebaut, dass man relativ leicht einsteigen kann.
Stella: Ich weiß aber auch, du bist ja drin im Thema, hattest da schon von vornherein eine Begeisterung.
Stella: Würdest du sagen, dass es eher das Bild ist, dass es kompliziert ist oder dass
Stella: es vielleicht auch noch nicht genug Angebote gibt, die diesen Einstieg leichter machen?
Stella: Ich glaube auch bei dir, auch bei euch in der Firma 2016 wird es bestimmt auch
Stella: viel Effort von dir gebraucht haben, von deinem Team, diese Umstellung zu bewerkstelligen,
Stella: das Expertenwissen etc.
Stella: Also gibt es da schon genug Angebote, um das quasi auch ohne Team,
Stella: ohne viel Zeitaufwand umzusetzen?
Bernd: Ich erinnere mich, hat eine Mitarbeiterin, Ramona, die leider nicht mehr bei
Bernd: uns ist und die war bei uns im Marketing, die am Anfang gesagt hat,
Bernd: oh Bernd, das ist so kompliziert mit dir und das wollen wir nicht nehmen und
Bernd: das stimmt denn mit dir nicht.
Bernd: Aber ich habe auch gesagt, guck mal, wir können ja mal das probieren,
Bernd: wir können das ausprobieren.
Bernd: Und die dann auch so nach und nach so dieses Gespür dafür kriegen,
Bernd: das sind Alternativen und die sind nicht kompliziert zu verwenden.
Stella: Merkt man aber, da ist wieder die Plattform, das Ausprobieren,
Stella: die Alternativen vorstellen, ausprobieren.
Stella: Das heißt, das ist eigentlich der Punkt, den wir festhalten können,
Stella: auf den das Ganze zuläuft, dass du sowohl in der Schule, in der Uni,
Stella: aber auch in Unternehmen einfach den Raum brauchst, solche Lösungen vorzustellen
Stella: und sie dann eben auch zu testen.
Stella: Was man dazu sagen muss, du bist ja auch Mitglied im Bundesfachkommission Künstliche
Stella: Intelligenz 4.0. Da bist du auch Mitglied.
Stella: Das heißt, oder möchtest du einmal selber sagen, was bedeutet es eigentlich,
Stella: dass du da Mitglied bist? Vielen Dank.
Bernd: In der Bundesfachkommission KI zu sein, für mich persönlich,
Bernd: du kriegst, du schnubberst erst mal politische Luft. Das finde ich schon mal super.
Bernd: Du hast jetzt nicht den Wahnsinns-Einfluss auf diese Menschen da oben,
Bernd: aber du bist ein Teil davon.
Bernd: Und ich habe vor kurzem mich mit dem Axel Voss unterhalten und er sagte,
Bernd: wissen Sie, Herr Korz, wir kriegen ganz viel zugetragen und oftmals denkt man auch das verhallt.
Bernd: Aber wenn das oft genug vorgetragen wird, dann wird dieser Hall auch gefundelt
Bernd: und das kommt auch an und das findet Gehör.
Bernd: Und in der Bundesfachkommission ist es auch so, wir sind relativ,
Bernd: obwohl das viele Leute sind, wir haben ja verschiedene Kommissionen der Bundesfachkommission
Bernd: und wir sind in so einem, wir treffen uns vier bis sechs Mal im Jahr in Berlin,
Bernd: sitzen auch einige Stunden zusammen und da werden diese Themen auch vorab schon
Bernd: mal per E-Mail rumgeschickt, was sind die Themen, über die wir sprechen möchten.
Bernd: Und wir sitzen da mit Menschen aus dem Ministerium zusammen,
Bernd: ob das Politiker, Politikerinnen sind, Minister, was auch immer,
Bernd: die da auch sitzen und mit uns gemeinsam diskutieren und die auch von oben nach
Bernd: unten die Erfahrung überbringen und sagen,
Bernd: warum funktioniert was im Bund nicht? Warum?
Bernd: Was müssen wir tun? Was können wir tun? Und wie tun wir es und wie könnt ihr helfen?
Bernd: Und deswegen finde ich das für mich persönlich super spannend zu sagen,
Bernd: ich bin gerne bereit, dieses Opfer zu bringen, nach Berlin zu fahren.
Bernd: Ich bin zwei Tage unterwegs, nur um da drei Stunden zu sitzen. Ich muss hinfahren.
Bernd: Das ist für mich eine Sieben-Stunden-Fahrt nach Berlin.
Bernd: Ich mache das aber gerne, weil das super wichtig ist und für mich die Bundesfachkommission
Bernd: eine echte Möglichkeit ist zu sagen, ich kann hier wenigstens ein kleines Stück was mitbewegen.
Stella: Zu dem Thema einmal, vielleicht was wichtig ist für diese Folge festzuhalten,
Stella: weil jetzt, gen Abschluss, sprechen wir auch nochmal über Lösungsansätze,
Stella: die du konkret vorgestellt hast, auch in einem unserer Artikel auf t3n.de.
Stella: Heute im Podcast bist du hier als Gründer, als Geschäftsführer von Alugha,
Stella: das heißt, es geht nicht um die Bundesfachkommission. Zum Hintergrund,
Stella: sie ist ja hervorgegangen aus dem Wirtschaftsrat Deutschland.
Stella: Du bist Mitglied seit August 2024 und der Wirtschaftsrat ist ein Lobbyverband der CDU.
Stella: Und dann kommen wir einmal zurück zu unserem Podcast-Thema, nämlich zu dem Thema
Stella: Lösungsansätze. Und du forderst unter anderem ein Ethikrat.
Stella: Wie soll denn so ein Ethikrat dann überhaupt aussehen, damit er was nützt?
Bernd: Also wir brauchen erstmal Menschen aus allen Schichten. Das ist für mich wichtig.
Bernd: Das finde ich ja im Bundestag, auch wenn wir viele Abgeordnete und Abgeordnete,
Bernd: also viele Abgeordnete und Menschen dort haben, viele hundert,
Bernd: doppelt so viele wie in den Vereinigten Staaten von Amerika,
Bernd: glaube ich, finde ich gut, dass wir Menschen aus ganz vielen Schichten haben.
Bernd: Von super gebildet, studiert bis ganz normale Bauern, die auch super schlau
Bernd: sind, bitte nicht falsch verstehen, aber Menschen, die aus dem normalen Leben
Bernd: jeden Tag kommen und so sehe ich auch einen Ethikrat. Menschen, die,
Bernd: die damit auch konfrontiert sind, die wissen, wow, was passiert mit,
Bernd: oder die vielleicht nicht wissen, was passiert mit diesen Daten.
Bernd: Die müssen es vielleicht auch gar nicht wissen. Die wissen aber,
Bernd: da passiert irgendwas da draußen.
Bernd: Und ich muss das auch meinen Kindern gegenüber vertreten können.
Bernd: Und da komme ich auch zu diesem Ethikrat sind nicht alte, weise Männer.
Bernd: Das sind Menschen aus allen Schichten, Mauf, Mann, Frau, alt, jung, jugendlich.
Bernd: Dass wir einfach eine breite Masse haben, 10 Leute reichen dafür nicht.
Bernd: Ich habe jetzt auch noch kein Konzept dafür und fertig ist. Aber wir brauchen
Bernd: Menschen, die verstehen, hier muss was passieren.
Stella: Und das wäre auf deutscher Ebene, auf europäischer Ebene?
Bernd: Wir können sowieso nicht deutsch denken, weil Computer sind auch nicht deutsch.
Bernd: Computer sind auch nicht, das ist ein globales Phänomen und wir müssen einfach
Bernd: als, und da nehme ich jetzt nicht Europa, sondern die EU, wobei ich die Schweiz
Bernd: auch gerne mitnehme, also doch ein Stück weit Europa,
Bernd: Wir müssen auf EU-Ebene uns da ganz klar positionieren und wir sind,
Bernd: jetzt muss ich lügen, ich glaube 480 Millionen EU-Bürger und Bürgerinnen.
Stella: Ich recherchiere das im Nachgang und packe es euch in die Show-Notes.
Bernd: Okay, also irgendwie um den Dreh, das heißt, wir müssen als geschlossene,
Bernd: als Gemeinschaft, als Europäische Union, als Gemeinschaft das machen.
Bernd: Das kann kein Land machen, das funktioniert nicht und da gucke ich super gerne nach Frankreich.
Bernd: Ich liebe Paris, ich liebe Frankreich und ich kann jetzt nicht sagen,
Bernd: wie Macron in Frankreich wirklich ist, aber ich finde für Europa ist er super
Bernd: wichtig, weil er ganz klar sagt, auf dem Digitalgipfel war das auch so,
Bernd: wir brauchen digitale Souveränität und wenn ihr nicht wollt,
Bernd: dass die Daten bei Tiktok missbraucht werden für Capcut oder was auch immer,
Bernd: dann müssen wir ganz klar hier auch ethisch ganz klare Richtlinien haben.
Stella: Ich würde dich gerne zum Abschluss dieser Folge, damit wir, wir müssen jetzt
Stella: da zum Ende kommen, noch eine Sache fragen und zwar, wie blickst du einfach
Stella: nach dem, was wir jetzt alles besprochen haben beim Thema digitale Souveränität
Stella: in die Zukunft? Positiv?
Stella: Optimistisch? Negativ? Verzweifelt?
Bernd: Auf gar keinen Fall verzweifelt, mit sehr großen Sorgen und trotzdem positiv.
Bernd: Heute Morgen hat einer auf einem LinkedIn-Beitrag von mir geschrieben,
Bernd: ja, aber der Drop ist ja gelutscht, die Daten sind ja alle da.
Bernd: Und da sage ich, das stimmt, die Daten von gestern sind da, die Daten von morgen
Bernd: aber nicht und Daten ändern sich.
Bernd: Und ich sehe das positiv, dass es dieses, ach, ich lese jeden Tag Europa,
Bernd: alles verschlafen, alles ist kaputt, das sehe ich nicht so.
Bernd: Da kann ich auch nur ein Beispiel aus dem Leben nehmen, wenn man sagt,
Bernd: der ist jetzt 70 Jahre alt, der ist ja dick, der hat sich die bewegt,
Bernd: das bringt jetzt nichts mehr.
Bernd: Alte Leute lernen eh nichts mehr. Doch, wir lernen immer die Zukunft.
Bernd: Wir können uns auch jetzt noch bewegen und uns wieder gesunder machen.
Bernd: Und so sehe ich das mit Daten auch und ich sehe trotzdem, wir müssen laut sein
Bernd: und ich bin laut und das bin ich auch gerne, weil es nicht alle mögen.
Bernd: Alle mögen nicht laut sein, viele sagen, das ist richtig, was du sagst und schreibst,
Bernd: aber ich will es einfach nicht tun, ich will nicht an der Front stehen.
Bernd: Ich mache das, weil es wichtig ist und ich sehe das positiv.
Bernd: Wir müssen einfach nur mehrere Menschen sein, die sagen, und ihr macht das mit
Bernd: eurem Podcast hier auch, ihr sagt, hey, wir sprechen mit Menschen,
Bernd: für die ist digitale Souveränität wirklich wichtig und ihr gebt uns ein Sprachrohr,
Bernd: um auch zu sagen, wie wir das sehen. Ich zwinge jetzt niemanden.
Bernd: Kein Fleisch zu essen, weil ich keins esse, aber für mich ist es halt wichtig
Bernd: und ich möchte das laut sagen können und deswegen sehe ich das trotzdem positiv.
Stella: Lieber Bernd, ich danke dir, dass du heute bei uns zu Gast gewesen bist.
Bernd: Ich danke dir, Stella, dass ich bei t3n sein durfte.
Stella: Und du hast es gerade angesprochen, Thema Podcast, Thema t3n Interview.
Stella: In der vergangenen Folge war beispielsweise Arja Jaff bei uns zu Gast und hat
Stella: auch über das Thema digitale Souveränität gesprochen.
Stella: Auch diesen Link gibt es, wie viele andere, wie angekündigt, hier in den Shownotes.
Stella: Denkt doch bitte daran, natürlich den Podcast zu abonnieren,
Stella: damit ihr auch die nächste Folge nicht verpasst.
Stella: Denn da wird es, harter Themenwechsel, aber wir erscheinen am 26.
Stella: Dezember, wenn ich das recht im Kopf habe, am 2.
Stella: Weihnachtsfeiertag, mal um Roboterfußball gehen. Also was ganz anderes.
Stella: Schaltet gerne ein, lasst uns eine Bewertung da und schickt Feedback an podcast@t3n.de.
Stella: Ich freue mich, wenn wir uns nächste Woche, beziehungsweise die Folge wird mein
Stella: Kollege Nils Bolder moderieren, wenn wir uns dann übernächste Woche beziehungsweise
Stella: übernächste Folge wiederhören.
Stella: Bis zum nächsten Mal. Auf Wiederhören.
Joe Hoerer
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