KI im Recruiting: Was ist für die Nutzung wichtig?
Shownotes
Link zum erwähnten Paper: https://iug.htw-berlin.de/analyzing-sentiments-of-german-job-references/
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Stella: Worauf müssen Unternehmen achten, wenn sie künstliche Intelligenz beim Recruiting nutzen wollen?
Stella: Darüber spreche ich heute bei t3n Arbeit in Progress mit der Wirtschaftsprofessorin Claudia Bünte.
Stella: Ich bin Stella-Sophie Wojtczak, Host von diesem Podcast t3n Arbeit in Progress.
Stella: Und ich sage, wir steigen direkt ein, wir verlieren keine Zeit.
Stella: In den nächsten 30 Minuten habe ich viele Fragen mitgebracht und ich würde gerne
Stella: so einsteigen, Frau Bünte. An welchen Stellen im Bewerbungsprozess kann KI
Stella: eigentlich aktuell genutzt werden?
Claudia: Also sehr gerne und vielen Dank für die Einladung. Ich freue mich, dass das geklappt hat.
Claudia: Wenn man sich die Kandidatenreise so anguckt, also wie geht jemand,
Claudia: der sich bewerben möchte durch einen normalen Bewerbungsprozess,
Claudia: durch gibt es eigentlich vier verschiedene Stellen.
Claudia: Das ist einmal das Thema Sourcing, dann das Thema Screening,
Claudia: also dass das Unternehmen guckt, was denn die Bewerbung eigentlich zu dem, was wir haben wollen.
Claudia: Dann Interviewen, dann natürlich im besten Fall Hiring.
Claudia: Und wie auch bei allen anderen Aktivitäten und Aufgaben, die wir so haben als
Claudia: Manager und Managerin, kann KI in all diesen Bereichen helfen und dann kommt
Claudia: es wie immer eben wirklich darauf anzugucken,
Claudia: wie groß ist das Unternehmen, wie häufig braucht man eigentlich Unterstützung
Claudia: einer KI, was will man eigentlich auch mit einer KI, passt das dann zur Marke,
Claudia: also welche Tools man sich dann aussucht oder auch die Entscheidung,
Claudia: will man mit KI oder ohne KI sourcen, das ist dann immer sehr individuell.
Claudia: Aber theoretisch ist ganz, ganz viel möglich und wie immer bei KI mehr,
Claudia: als man eigentlich selber denkt.
Stella: Welche Vorteile kann denn vielleicht auch schon die KI-Nutzung aktuell haben,
Stella: gerade bei den verschiedenen Stufen? Gibt es da eine, die besonders viel Sinn macht aktuell?
Claudia: Ja, das würde ich nicht sagen, denn wie gesagt, es ist immer sehr, sehr individuell.
Claudia: Man muss sich da wirklich angucken, wo stehen wir eigentlich und was wollen
Claudia: wir eigentlich im Unternehmen.
Claudia: Aber das, was eine KI machen kann, ist wie immer, auch bei allen anderen Aufgaben,
Claudia: die kann halt wirklich Routineaufgaben abnehmen. Also wenn man selber davor
Claudia: sitzt und denkt, warum mache ich das jetzt eigentlich 23 Mal am selben Tag?
Claudia: Das ist immer ein guter Moment zu überlegen, gibt es da nicht vielleicht auch eine KI dafür?
Claudia: Aber immer dann, wenn es wichtig wird und immer dann, wenn es auch wirklich
Claudia: relevant wird und gerade bei HR ist es ja sehr relevant, weil es Menschen betrifft,
Claudia: also auch die Zukunft von Menschen.
Claudia: Also wenn man so einen Moment hat, dann muss man dann nicht sagen,
Claudia: das ist etwas, was unbedingt ein Mensch tun soll. Wir kommen ja gleich noch
Claudia: auf ein paar rechtliche Geschichten sicherlich.
Claudia: Also man muss da sehr, sehr stark unterscheiden. Ist das etwas,
Claudia: was ich delegieren kann, ohne dass es schwierig wird oder Probleme gibt, dann ist eine KI super.
Claudia: Ist das etwas, wo man als Mensch selber entscheiden sollte, würde man das selber
Claudia: auch wollen, dass das bitte dann ein Mensch macht.
Claudia: Dann ist das der Moment, wo man es auch wieder selber machen sollte.
Stella: Ich hätte es gerne noch ein bisschen konkreter tatsächlich, diese Aufgaben, die sich wiederholen.
Stella: Da fällt mir natürlich direkt ein, sowas wie Bewerbungsunterlagen-Scannen.
Stella: Da hat man natürlich auch viele, die passen, nicht, wiederholt sich.
Stella: Ist das sowas, was Sie meinen? Welche Beispiele gibt es da noch?
Claudia: Ja, genau. Also es gibt, wir können ja mal von vorne anfangen,
Claudia: wir können ja den ganzen Prozess mal durchgehen. Das Erste ist ja Stellenanzeigen schreiben.
Claudia: Haben wir alle schon mal gemacht, so händisch eine alte Stellenanzeige genommen,
Claudia: selber optimiert, ein bisschen eine andere Beschreibung und dann eben irgendwo eingestellt.
Claudia: Das ist natürlich das Erste, wo eine künstliche Intelligenz helfen kann.
Claudia: Das muss auch gar nicht ein extra Tool sein oder ein wichtiges Tool,
Claudia: was dann nochmal extra Geld kostet, was darauf trainiert ist.
Claudia: Sowas kann man zum Beispiel auch mit ChatGPT machen oder zum Beispiel Perplexity,
Claudia: also ganz normale Textprogramme.
Claudia: Wenn wir dann weitergehen in den Bereich Streaming, also warum auch immer habe
Claudia: ich auf eine Stellenanzeige 400 Bewerbungen gekriegt, Die will ich natürlich
Claudia: nicht selber alle einzeln durchgucken.
Claudia: Da kann ich mir von Spezialkarten helfen lassen. Die heißen dann Application
Claudia: Tracking Tools zum Beispiel.
Claudia: Das sind dann so große Systeme, kann ich mir helfen lassen, auch von kleinen Spezialtools.
Claudia: Zu matchen ist das, was ich haben will in meiner Stellenanzeige,
Claudia: denn irgendwie enthalten in dieser Bewerbung.
Claudia: Passt der Bewerber an sich oder die Bewerberin an sich auf das,
Claudia: was ich suche? Das heißt, da würde eine künstliche Intelligenz mir aus den 400
Claudia: Bewerbungen vielleicht die 10 raussuchen.
Claudia: Die es sich lohnt, dass ich sie mir nochmal angucke, weil alle anderen eigentlich
Claudia: wirklich gar nicht passen.
Claudia: Da wird es dann aber schon ein bisschen schwierig und ein bisschen gefährlich,
Claudia: weil dann ja eine KI unter Umständen entscheidet, welche 390 ich mir nicht mehr angucke.
Claudia: Aber das ist natürlich ein riesen Effizienzvorteil und vielleicht sogar auch
Claudia: ein Effektivitätsvorteil, dass ich das eben nicht selber machen muss.
Claudia: Jetzt ist das so, wenn man ein kleines mittelständisches Unternehmen ist oder
Claudia: wir sagen mal eine Werbeagentur mit 20 Mitarbeitern, Klar kann ich mir die Bewerbung
Claudia: dann selber angucken, aber wenn Sie wirklich größere Unternehmen haben, Riesenkonzern haben.
Claudia: Wenn Sie, ich weiß nicht, 10.000 Bewerbungen im Monat kriegen,
Claudia: dann ist das sehr sinnvoll, wenn man das tatsächlich an eine KI delegiert.
Claudia: Also das ist das Screening.
Claudia: Beim Interviewen wird es super interessant, weil man kann dann an mehreren Stellen mit KI arbeiten.
Claudia: Man kann auf der einen Seite tatsächlich Videointerviews machen über eine KI,
Claudia: dass man das gar nicht selber macht,
Claudia: sondern dass der Kandidat, die Kandidatin oder zuerst ein paar Standardfragen
Claudia: beantwortet und eine KI dann aus Emotionen,
Claudia: aus Sprache, aus Haltung,
Claudia: aus wie geht derjenige mit dieser Fragestellung, um dann eben auch ausortieren
Claudia: kann oder sortieren kann und sagen kann, die unbedingt angucken, die passen.
Claudia: Diese Person vielleicht, wenn man noch Luft hat und diese eigentlich wirklich überhaupt nicht.
Claudia: Auch da wieder Vor- und Nachteile natürlich, wo eine KI auch helfen kann,
Claudia: ist gerade in diesem Bereich wird es dann ja interessant auch für die Bewerber:innen
Claudia: und Bewerber, weil die wollen ja jetzt
Claudia: wissen, wo stehe ich denn im Bewerbungsprozess, wie sieht es denn aus.
Claudia: Da kann man auch mit KI arbeiten, zum Beispiel bestimmte Fragen,
Claudia: die alle Kandidaten immer wieder haben.
Claudia: Über zum Beispiel einen KI-Chatbot, der auch trainiert ist,
Claudia: also der nicht gescriptet ist, also nur vorgetextet ist, sondern wirklich auch
Claudia: lernt anhand der Fragen der Kandidaten, die Kandidaten betreut und sagt,
Claudia: hier, wir sind 24 Stunden, sieben Tage die Woche für dich da, lieber Kandidat.
Claudia: Das ist uns wahnsinnig wichtig, liebe Kandidatin, dass du uns weiter super findest.
Claudia: Wir haben deshalb hier für dich einen Zugang. Du kannst alle Fragen stellen.
Claudia: Das ist ein KI-Bot, also das ist keine echte Person, aber wahrscheinlich sind
Claudia: 99 Prozent deiner Fragen dann schon sofort beantwortet und für alles andere
Claudia: sind auch noch die Kontaktdaten, wenn du eine Spezialfrage hast.
Claudia: Also das heißt, gerade in diesem Interviewer-Prozess, der ja sehr lang dauern
Claudia: kann für einen Kandidaten, wieso ich hatte doch jetzt mein Interview,
Claudia: warum dauert es denn jetzt so lang?
Claudia: Da kann eben auch KI helfen, gerade wenn sie eben wieder 400 Kandidaten übertragen
Claudia: jetzt, aber 400 Kandidaten haben.
Claudia: Also insofern, in dem dritten Teil dieser ganzen Journey ist das eine super
Claudia: Möglichkeit, eben wirklich diese Masse zu managen, ohne Qualität zu verlieren
Claudia: und im Hiringprozess sind wir natürlich bei den ganzen Standards,
Claudia: Verträge schreiben, sicherstellen, dass jeder alle E-Mails hat.
Claudia: Wo KI auch noch helfen kann, ist, obendrüber einmal auch zu analysieren und
Claudia: zu gucken, wo können wir als Unternehmen denn besser werden.
Claudia: Verlieren wir immer an einer Stelle bestimmte Kandidaten oder Kandidatinnen?
Claudia: Haben wir vielleicht vorne im Funnel gar nicht genug Bewerber?
Claudia: Also da kann eine KI sehr analytisch drüber gehen, in der Regel besser als Menschen,
Claudia: um dann eben auch zu sagen, hier gibt es eigentlich drei Tipps, wo ihr...
Claudia: Liebes Unternehmen, wenn ihr mit diesem ATS, mit diesem Application Tracking
Claudia: Tool arbeitet, wo ihr eigentlich besser werden könnt, an den drei Stellen solltet
Claudia: ihr arbeiten, die anderen sind kein Problem.
Claudia: Also es läuft, sobald ihr einen Bewerber habt, der bleibt dann auch.
Claudia: Aber davor sind das und das die Herausforderungen. Also das heißt,
Claudia: eigentlich von wirklich A nach Z mit oben drüber auch noch eine Analyse und
Claudia: eine Tracking-Möglichkeit.
Claudia: Das ist am Ende immer die Frage von Geld.
Claudia: Deshalb sagte ich, Eingangsstellenanzeigen kann man zur Not ja auch selber mit
Claudia: anderen KI-Tools schreiben.
Claudia: Aber wenn man eben wirklich Mengen an Bewerbungen managen muss,
Claudia: im Überblick behalten muss, wer hat welche E-Mail bekommen, mit wem habe ich
Claudia: vereinbart, dass ich mich innerhalb von zwei Wochen wieder melde,
Claudia: wo muss ich jetzt unbedingt nochmal nachfassen.
Claudia: Da kann natürlich ein System, was darauf trainiert ist, ganz extrem effizient sein.
Claudia: Und effektiv unterstützen.
Stella: Also viele verschiedene Punkte, die Sie gerade angesprochen haben.
Stella: Sie haben aber auch schon an der einen oder anderen Stelle gesagt,
Stella: rechtlich spannend, bis unter auch schwierig.
Stella: Machen wir das doch mal der Reihe nach. Also gerade Schritt 1,
Stella: KI-generierte Stellenanzeigen beispielsweise.
Stella: Muss ich daran denken, wir haben ja auch mit t3n MeisterPrompter,
Stella: ein Podcast, wo wir immer predigen und sagen, Leute, bitte nicht Copy and Paste.
Stella: Ich denke, das gilt auch an dieser Stelle, dass es wichtig ist,
Stella: natürlich Anzeigen können mithilfe von KI erstellt werden, aber nicht nur von
Stella: KI, sprich Human in the Loop, der immer nochmal drauf guckt.
Stella: Das sollte so sein, oder? Da stimmen Sie zu.
Claudia: Ja, ja, unbedingt. Also man muss eigentlich sagen, das Problem sitzt immer vor dem Rechnung.
Claudia: Man kann sich unheimlich viel schon über künstliche Intelligenz,
Claudia: über solche Tools unterstützen lassen, aber die Entscheidung sollte immer beim Menschen liegen.
Claudia: Wir sind hier im HR-Bereich ja auch noch in einem sehr, sehr sensiblen Bereich
Claudia: unterwegs, in Fußnote ja nicht nur im Marketing, wo es nochmal einfacher ist
Claudia: und selbst da ist es nicht einfach und hat auch wirklich Gefahren.
Claudia: Aber im HR-Bereich geht es ja nun auch noch darum, dass man unter Umständen
Claudia: mit einer Entscheidung für oder gegen eine Kandidatin oder einen Kandidaten
Claudia: ja auch dessen Leben massiv beeinflusst.
Claudia: Und deshalb ist es da besonders wichtig, dass man nicht einfach ein Tool kauft,
Claudia: was eine Blackbox ist, denkt, das funktioniert ja und gar nicht merkt,
Claudia: dass man systematisch irgendeine Bewerbergruppe diskriminiert. Das wäre sehr negativ.
Claudia: Es kann ja aber auch sein, dass man bestimmte Bewerber gar nicht durchlässt,
Claudia: die man aber eigentlich haben will.
Claudia: Das wäre ja inhaltlich dann sehr, sehr sinnlos. Oder, jetzt meine dritte Möglichkeit.
Claudia: Dass man so ein KI-Tool eingesetzt hat und das reagiert gar nicht so,
Claudia: wie es zu meiner eigenen Marke, also Stichwort Employer Branding, passt.
Claudia: Wir haben eigentlich ein freundliches, höfliches und sehr auf Augenhöhe miteinander
Claudia: im Unternehmen und dieser KI-Bot fängt dann an,
Claudia: die Leute sehr von oben herab und sehr so externenmäßig und dann vielleicht
Claudia: auch mit sie anzusprechen und Bewerber sagen sich dann, ja, aber da will ich gar nicht arbeiten.
Claudia: Also das heißt, da gibt es sehr viele Layer, die man nicht einfach nur sagen
Claudia: sollte, jetzt habe ich hier eine KI, die kann das und dann muss ich mich nicht mehr kümmern.
Stella: Gerade ein Punkt, den Sie angesprochen hatten, Diskriminierung,
Stella: ist ja bei der Auswahl ein ganz großes Thema, dass Bewerber:innen vielleicht gar nicht durchkommen.
Stella: Wobei wahrscheinlich müsste man eher sagen, Bewerber:innen, weil zum Beispiel
Stella: Amazon hat vor zehn Jahren damit schon probiert und festgestellt,
Stella: oh, es werden gerade Frauen tendenziell eher diskriminiert gegenüber Männern,
Stella: die haben schlechtere Chancen bei der Nutzung von KI.
Stella: Gut, das ist jetzt auch ein paar Jahre her, aber da gibt es ja auch verschiedene
Stella: andere Studien, die zeigen, hey, KI ist teilweise diskriminierend.
Stella: Jetzt ist es gleichzeitig so, wenn wir auf die rechtliche Lage in Deutschland
Stella: gucken, es gibt die Datenschutzgrundverordnung, ich meine, es ist Artikel 22,
Stella: wenn ich es mir recht notiert habe, Menschen dürfen nicht rein automatisierten
Stella: Entscheidungen ausgesetzt sein, die eine rechtliche Wirkung entfalten.
Stella: Sprich, da ist es ja auch nicht erlaubt, gerade dieses, was Sie auch angesprochen
Stella: hatten, wenn ich jetzt ein Pool habe und nur die KI entscheidet für mich,
Stella: wen ich überhaupt einlade, das darf ja nicht sein.
Stella: Und dann gibt es auch noch den AI-Act, aber dazu kommen wir gleich nochmal gesondert,
Stella: der steht für sich, deshalb erstmal in der Basis, ist es dann überhaupt möglich,
Stella: rechtlich so eine Vorauswahl zu treffen mithilfe von KI?
Claudia: Ja, das geht. Aber es ist sehr eingehegt, wie man es dann benutzen sollte.
Claudia: Und man sollte diese rechtlichen Vorgaben auch wirklich kennen,
Claudia: denn wir kommen hier gleich zum EU-AI-Act, die Strafen, die da entstehen.
Claudia: Dann greifen. Die sind wirklich massiv, die gehen in die Millionen und irgendwann
Claudia: wird es den ersten Fall geben und dann werden alle wach werden.
Claudia: Im Moment ist das Gesetz noch in, es stimmt nicht, wenn ich sage Vorbereitung,
Claudia: aber wir kommen ja gleich noch drauf.
Claudia: Also ja, man darf mit KI arbeiten, auch im HR-Bereich.
Claudia: Also jetzt nicht denken, oh, das ist irgendwie alles blurry und ich weiß nicht
Claudia: und dann lasse ich lieber die Finger davon, weil es dann ja auch ein Wettbewerbsvorteil
Claudia: ist, den man dann nicht nutzt.
Claudia: Also wer systematischer, wir sind alle in einem War of Talents im Moment.
Claudia: Es gibt nicht genug gute Kandidatinnen und Kandidaten.
Claudia: Und wer jetzt ein Werkzeug, das einem helfen kann, effektiver und effizienter
Claudia: Kandidaten und Kandidatinnen anzuziehen,
Claudia: zu betreuen, sich die Passenden auszusuchen und die dann auch wirklich zu bekommen,
Claudia: weil die Kandidaten entscheiden am Ende ja, wo arbeiten sie und die Kandidatinnen.
Claudia: Also wer so ein Tool dann nicht nutzt, weil er oder sie sagt,
Claudia: oh weiß ich nicht, bin ich mir nicht sicher, lieber mal nicht,
Claudia: lässt eben wirklich sehr viel Potenzial liegen.
Claudia: Das wäre also völlig verkehrt, das ist auch nicht wofür ich werbe.
Claudia: Wofür ich werbe, ist zu sagen, gerade in dem Bereich, in dem es eben wirklich
Claudia: um das Leben auch und die Entwicklung, das persönliche Glück von Menschen geht,
Claudia: sollte man sich unbedingt, wenn man an dieser Schnittstelle sitzt,
Claudia: auch mit den Vorgaben, die wir richtig haben, beschäftigen.
Claudia: Man kann das händeln. Also es ist nicht Raketentechnik. Und ich finde auch,
Claudia: und jetzt komme ich mal auf diesem EU-AI-Act, ich habe den gelesen, ich bin keine Juristin.
Claudia: Ich komme aus dem Marketing. Man kann das verstehen. Also man muss jetzt nicht
Claudia: erst, ich weiß nicht, vier Jahre Jura studiert haben.
Claudia: Das ist bewusst so geschrieben, dass das normale Manager, Managerin verstehen können.
Claudia: Also von daher, ja, Riesengefahr, Diskriminierung.
Claudia: Es sind nicht nur Frauen, aber sehr häufig Frauen. Das hat auch einen Grund,
Claudia: da können wir vielleicht gleich auch noch drauf kommen.
Claudia: Und man muss eben im Agile-Bereich dafür sorgen und darauf achten und das dokumentieren,
Claudia: dass das mit den eigenen KI-Tools nicht passiert.
Stella: Dann lassen Sie uns doch jetzt einmal auf den Grund gucken, bevor wir dann nochmal
Stella: genau zum EU-AI-Act kommen.
Stella: Was ist denn der Grund für das Thema Diskriminierung, dass es gerade auch meistens Frauen sind?
Claudia: Genau, also es gibt zwei Gründe. Grundsätzlich, wenn eine KI diskriminiert,
Claudia: das eine ist, auf welcher Datenbasis wird eine KI trainiert.
Claudia: Also die ist immer nur so gut wie das Futter, was man ihr gegeben hat.
Claudia: Und das zweite ist, wie sind die Teams zusammengestellt, die menschlichen Teams,
Claudia: die ja dafür sorgen, dass eine KI auch in die richtige Richtung sich entwickelt,
Claudia: in die richtige Richtung, die man haben will.
Claudia: So einmal bei der Datenlage typischerweise, Und in dem Amazon-Beispiel,
Claudia: was Sie gerade genannt haben, ist das auch so gewesen.
Claudia: Typischerweise hat man mehr Daten in einem technisch orientierten und fokussierten
Claudia: Unternehmen von Bewerbern, die Männer sind als Frauen.
Claudia: Wenn man dann sagt, okay, wir wollen mal alle Bewerbungen, die wir bislang gehabt
Claudia: haben, in eine KI kippen und wir wollen die darauf trainieren,
Claudia: dass die uns jetzt hilfpassende KandidatInnen auszuwählen, dann hat diese KI schon eine Schieflage,
Claudia: weil die im Grunde genommen sieht, ich übertrage jetzt mal, 90 Prozent der Bewerber
Claudia: haben am MIT studiert, da sind es dann 95 Prozent Männer und nur 10 Prozent
Claudia: haben irgendwo anders studiert.
Claudia: Das sind dann komischerweise eben viele Frauen. Also lernt eine KI.
Claudia: Okay, also offensichtlich ist MIT super und wichtig, weil da haben ja alle studiert.
Claudia: Wer also nicht am MIT studiert hat, und das ist jetzt wirklich fiktiv,
Claudia: was ich erzähle, wer nicht am MIT studiert hat, kriegt zuerst mal in der internen
Claudia: Punktelogik bei der Bewertung in die paar Punkte weniger.
Claudia: Und wenn das dann übereinandergelegt wird, alles ein KPI nach dem anderen,
Claudia: ist dann das Ergebnis, dass diese dann Blackbox-Tonline KI, die das auswählt,
Claudia: zum Beispiel bei Amazon, dann Frauen eher aussortiert.
Claudia: So, jetzt müsste das, der zweite Grund, das Trainingsteam so zusammengestellt
Claudia: sein, dass es dann aber erkennt, komisch, wir haben viel weniger Frauen jetzt
Claudia: bei der KI, bei der Auswertung. Woran liegt das denn?
Claudia: Das wollen wir nicht. Woran liegt das denn?
Claudia: Analysieren, die KI anders inzentivieren, dass sie anders lernt,
Claudia: als nur zu gucken, wo ist die große Zahl, Also ist die große Zahl richtig und
Claudia: deshalb gehen wir in die Richtung.
Claudia: Und das betrifft übrigens nicht nur Amazon. Es gibt eine ganz tolle Studie einer
Claudia: Berliner Professorin mit Team, die hat sich 2019 angeguckt, unterschiedlichste
Claudia: HR-Tools, die eben auswählen, vorauswählen.
Claudia: Da war Amazon dabei, da war Microsoft mit dabei und noch zwei andere große HR-Tools.
Claudia: Und die Hypothese war, es werden Frauen eher diskriminiert, es werden Menschen
Claudia: mit Migrationshintergrund diskriminiert und es wird bevorzugt,
Claudia: so Menschen, die irgendwie so einen adeligen Titel haben,
Claudia: um da mal was reinzuwerfen in das Modell und zu gucken, was rauskommt.
Claudia: Und das Ergebnis war auch da, wir sind ja 2019, auch da, alles prima,
Claudia: die einzige Gruppe, die diskriminiert wurde, waren Frauen.
Claudia: Und was da inhaltlich passiert ist, auch mal einmal für die Mechanik,
Claudia: weil ich fand das hochspannend ist, die haben reingegeben Lebensläufe als Daten.
Claudia: Und eigentlich ist es ja nicht Lebensläufer beziehungsweise Zeugnisse von Firmen.
Claudia: Und im Zeugnis steht ja zum Beispiel, hat stets zu unserer vollsten Zufriedenheit. Das ist eine Eins.
Claudia: Und das ist eine Eins, egal ob sie ein Mann sind oder eine Frau.
Claudia: Wenn da steht, Michael Müller steht zu unserer, ist es eine Eins.
Claudia: Wenn da Michaela Müller steht, ist es auch eine Eins.
Claudia: Und bis auf eine kleine Ausnahme, wie gesagt, vier große Tools für große Unternehmen,
Claudia: bis auf eine kleine Ausnahme, Fußnote kann man alles im Detail sich angucken,
Claudia: haben alle diese vier Tools in dem Moment, in dem das ein Zeugnis war einer Frau,
Claudia: aus dieser Eins eine schlechtere Note gemacht.
Claudia: Also das System hat runtergelevelt, wenn es eine Frau ist, ist es keine Eins,
Claudia: sondern eine etwas geringere Note.
Claudia: Und das ist eine systematische Diskriminierung.
Claudia: Und das muss ein HR-Manager, eine HR-Managerin eben verhindern,
Claudia: dass sie ein Tool benutzt, das so einen systematischen Bias hat,
Claudia: egal gegen wen, in dem Fall waren es ja Frauen,
Claudia: sondern muss in der Lage sein, jederzeit zu kontrollieren und zu gucken,
Claudia: wie wird bei uns entschieden, wie entscheidet dieses Tool.
Claudia: Das dokumentieren und sicherstellen, dass, wenn da mal eine Rückfrage kommt,
Claudia: man wirklich auch sprachfähig ist.
Claudia: Und vor allem die Menschen, die davor sitzen und da mitarbeiten.
Claudia: Also alle HR-Managerinnen, alle HR-Manager müssen wissen, dass es dieses Risiko gibt.
Claudia: Wenn sie jetzt, ich übertreibe, in Anführungsstrichen da wieder nur Männer sitzen
Claudia: haben, dann kann das sein, dass die dafür gar keinen...
Claudia: Das Gespür entwickeln, dass man überhaupt diskriminiert werden kann,
Claudia: weil das eine Gruppe ist, die eher am wenigsten eben in diesem ganzen Prozess
Claudia: diskriminiert wird. Und da ist eben die Gefahr.
Stella: Da gucken wir gleich auch nochmal drauf, was das eben für alle innen natürlich bedeutet.
Stella: Den Link zur Studie, den gibt es auch in den Shownotes.
Stella: Aber ich würde jetzt gerne noch einmal auf den EU-AI-Act zu sprechen kommen.
Stella: Was ist denn da gerade aus Ihrer Sicht, ja, keine Juristin, aber wie Sie gesagt
Stella: haben, Sie haben ja quasi auch als Managerin drauf geschaut,
Stella: als Wirtschaftsprofessorin.
Stella: Was sind die wichtigen Kernpunkte, die einfach im Bereich Personalmanagement bekannt sein müssen?
Claudia: Also ich fange einmal eben an, was ist das überhaupt, der EU-AI-Act?
Claudia: Weil ich zu Kalt nie forsche innerhalb meiner Professur und wir gerade eben
Claudia: wieder unter Marketingmanagerinnen und Marketingmanagern festgestellt haben,
Claudia: dass die Hälfte gar nicht wissen, dass es das Gesetz gibt.
Claudia: Das gilt aber schon und zwar schon seit über einem Jahr.
Claudia: Also ich erkläre Ihnen einmal kurz, was das ist. Also die EU hat als erste Region
Claudia: weltweit ein KI-Gesetz entwickelt,
Claudia: was steuern soll, wie Menschen, die, Achtung, beruflich mit KI arbeiten, mit dieser KI arbeiten.
Claudia: Also mit einem Regelwerk, was darf man, was darf man nicht, mit Strafen dahinter,
Claudia: mit ganz bestimmten Terminen, ab wann welche Teile dieses Gesetzes gelten.
Claudia: Wir haben seit 2. Februar letztes Jahr, hat gerade einjähriges Geburtstag gehabt,
Claudia: haben die eine Schulungspflicht für Menschen, die beruflich mit KI arbeiten.
Claudia: Für alle. Also nicht denken, ich
Claudia: mache ja nur Chat-GPT, mich betrifft das nicht. Das betrifft dann alle.
Claudia: Auch die, die nur in Anführungsstrichen mit Chat-GPT arbeiten.
Claudia: Also deshalb auch alle, die mit KI im Bereich HR arbeiten.
Claudia: So, was macht das Gesetz? Und jetzt kommen wir auf HR. Das Gesetz sagt,
Claudia: die Anwendung von KI hat, je nachdem worum es geht, unterschiedliche Risiken.
Claudia: Es gibt viele Risikogruppen.
Claudia: Es gibt eins, was wenig Risiko hat, da müssen sie eigentlich nicht viel machen.
Claudia: Es gibt aber auch verbotene KI-Anwendungen.
Claudia: Da sind wir im HR-Bereich jetzt aber aller Wahrscheinlichkeit auch nicht.
Claudia: Das heißt, es bleiben von den vier Risiken eins ist verboten, bleiben drei über.
Claudia: Und jetzt ist unser Job, wenn wir mit KI arbeiten, sagt die EU,
Claudia: wir müssen regelmäßig gucken, diese Anwendung, die ich jetzt gerade nutze,
Claudia: in welche Risikoklasse fällt die?
Claudia: Und im HR-Bereich fällt ganz wahnsinnig viel in die höchste Risikoklasse,
Claudia: die noch nicht verboten ist. Das heißt, hohes Risiko.
Claudia: Da fällt ganz viel rein. Warum?
Claudia: Weil der Gedanke der Gesetzgebenden ist, zu sagen, man kann KI,
Claudia: wenn man nicht weiß, was die macht, als Waffe benutzen, ohne dass man es will.
Claudia: Man kann damit Menschen Schaden zufügen.
Claudia: Und deshalb habe ich gerade eingangs so viel gesagt, naja, man steuert ja mit
Claudia: einer HR-Entscheidung auch wirklich das Wohl und Weh und die Zukunft eines Menschen.
Claudia: Das ist der Moment, weshalb alle, die im HR-Bereich arbeiten,
Claudia: eben wissen müssen, wahrscheinlich ist sehr, sehr viel von dem,
Claudia: was ich mache mit KI in dieser Hochrisikoklasse.
Claudia: Damit hat man auch sehr, sehr viele Aufgaben, selbst wenn man keine KI trainiert
Claudia: hat, sondern wenn man nur eine kauft oder lizenziert, sehr, sehr viele Pflichten,
Claudia: um eben sicherzustellen, dass es keine Blackbox ist, dass das,
Claudia: was Amazon passiert ist, ihnen nicht passiert im Unternehmen.
Claudia: Und die Strafen sind gehörig. Ich sage Ihnen mal eine Zahl.
Claudia: Also die Höchststrafe sind 35 Millionen Euro oder 7% vom weltweiten Jahresumsatz,
Claudia: je nachdem, was größer ist.
Claudia: Es gibt für kleine Unternehmen natürlich Abstufungen. Also wenn Sie jetzt irgendwie
Claudia: eine kleine Werbeagentur sind mit 20 Mitarbeitern, wird jetzt die EU wahrscheinlich
Claudia: nicht sagen, 35 Millionen Strafe.
Claudia: Aber wir haben ja sehr viele Großunternehmen und auch da ist 35 Millionen schon echt eine Ansage.
Claudia: Diese Pflichtschulungen klingen irgendwie leidig und lästig,
Claudia: aber Sie müssen das machen.
Claudia: Wenn Sie irgendwas verkehrt gemacht haben im HR-Bereich mit KIs,
Claudia: das Erste, was die EU sehen will, haben Sie eine Pflichtschulung für alle Ihre Leute.
Claudia: Und wenn sie dann nicht zeigen können, ja, ja, hier sogar mit Zertifikat,
Claudia: dann ist das der erste Schritt, dass dann jemand, der sie verfolgt und sagt,
Claudia: so geht das aber nicht, rechtlich, der erste Schritt, wo derjenige dann sagt,
Claudia: naja gut, wenn ihr das noch nicht mal gemacht habt, dann wundert mich hier gar
Claudia: nichts. Also es lohnt da wirklich reinzugucken.
Stella: Eine Frage dazu. Wir haben ja eingangs über die Vorteile gesprochen,
Stella: dass es leichter sein soll, vielleicht auch und schneller gehen soll,
Stella: fassende Bewerber:innen zu finden.
Stella: Jetzt haben wir über die Nachteile gesprochen.
Stella: Gefahr der Diskriminierung, Gefahr auch von hohen Strafsummen,
Stella: wenn man sich nicht an Regelwerk hält. Erstmal Regelwerk, was es zu verstehen gilt.
Stella: Plus, ich muss alle Mitarbeitenden im Unternehmen, die mit KI arbeiten, schulen.
Stella: Das klingt für mich nach Kosten, es klingt nach Aufwand und es klingt danach,
Stella: dass ich meine Mitarbeiter wahrscheinlich auch motivieren muss,
Stella: überhaupt das mitzumachen.
Stella: Nach dem Motto, jetzt erstmal ganz viel reinstecken, damit es sich dann hinten raus lohnt.
Stella: Lohnt sich das denn dann überhaupt wirklich, diese KI-Nutzung nach dem,
Stella: was wir besprochen haben?
Claudia: Sie erinnern sich, dass ich eingangs sagte und da noch sehr sozusagen aus der
Claudia: Hubschrauberperspektive, das kommt immer auf die einzelnen Firmen an und wie
Claudia: sie arbeiten und was sie wirklich brauchen.
Claudia: Also wenn Sie eine Stellenanzeige im Jahr haben.
Claudia: Dann würde ich nicht sagen, dass Sie dafür ganz dringend ein ganzes KI-System brauchen.
Claudia: Trotzdem auf jeden Fall eine Pflichtschulung, aber Sie haben dann auch ein bisschen andere Pflichten.
Claudia: Aber wenn Sie wirklich systematisch KI einsetzen in großen Prozessen für,
Claudia: wir brauchen sehr, sehr viele Mitarbeiter, wir müssen die auch durchziehen,
Claudia: dann ist aber auch der Effizienzgewinn, also wie viel Zeit ich einspare,
Claudia: extrem. Es ist wirklich extrem.
Claudia: Plus, wir dürfen nicht vergessen, die Hauptherausforderung, die Unternehmen
Claudia: gerade haben, ist eigentlich, die richtigen Kandidaten zu finden,
Claudia: dass die dann Lust haben, zu einem selber zu kommen und nicht zum Wettbewerb
Claudia: und dass sie dann vor allen Dingen auch lange bleiben.
Claudia: Das ist ein Riesenwert, irgendwann gar nicht mehr mit Gold aufzuwerten,
Claudia: dass man gute Mitarbeiterinnen und gute Mitarbeiter hat.
Claudia: Also wenn wir jetzt nur gucken, wie viel Aufwand habe ich denn mit einer KI,
Claudia: weil jetzt muss ich Transparenz und Dokumentationspflicht und alles Mögliche
Claudia: machen und was bringt mir das denn an, ein bisschen Effizienzgewinn,
Claudia: weil ich werde schneller bei Stellen anzeigen.
Claudia: Das ist gar nicht der richtige Vergleich, sondern wir müssen auf die Waagschale
Claudia: bringt mir das was auch noch draufpacken.
Claudia: Die Dinger helfen ja auch noch bessere Kandidatinnen und bessere Kandidaten
Claudia: zu finden, die dann auch wirklich auszusuchen und zu schaffen,
Claudia: dass wir die nicht verbrennen, weil wir uns drei Wochen lang nicht gemeldet
Claudia: haben und ein anderer Wettbewerber schneller war, weil wir einfach so viel zu
Claudia: tun hatten, dass wir nicht gemerkt haben, dass wir Kandidatin XY aber eigentlich
Claudia: versprochen hatten, dass wir uns melden.
Claudia: Aber diese Rettung muss jedes Unternehmen selber machen.
Stella: Das heißt aber auch, gerade was Sie nochmal angesprochen haben,
Stella: wir haben es nicht geschafft, uns zu melden.
Stella: Ich habe so ein bisschen den Eindruck, dass gerade das Thema Kommunikation mit
Stella: KI, wie Sie eingangs beschrieben hatten, Bewerber:innen einfach mitteilen,
Stella: hey, wir nutzen künstliche Intelligenz, aber auch, ihr könnt euch immer informieren,
Stella: dass das eher noch unterschätzt wird.
Stella: Der Fokus sehr auf dieser Auswahl liegt, die aber rechtlich einfach schwieriger ist.
Stella: Das heißt, vielleicht wäre das ja auch nochmal ein Thema, sich eher auch auf
Stella: diesen kommunikativen Prozess und die Analyse mit KI zu fokussieren.
Stella: Und eben bei der Auswahl sehr darauf zu achten, dass es nicht eine rein KI-basierte Auswahl ist.
Claudia: Ja, das ist eine gute Idee, wenn man Risiken-Level bildet und sagen will,
Claudia: wir müssen es nicht überall machen, sondern es gibt bestimmte Bereiche,
Claudia: wo das sinnvoller ist auf diesen vier Stufen.
Claudia: Und das, was Sie jetzt gerade ansprechen, ist ja ein Chatbot zum Beispiel,
Claudia: der Kandidaten eben 24-7 Fragen beantwortet.
Claudia: Das zum Beispiel fällt nicht in das Hochrisiko bei dem EU-AI-Act,
Claudia: sondern, ich muss mal eben nach links gucken, Ich habe mir das hier alles hingelegt.
Claudia: Das ist geringes Risiko. Das ist bei allen Chatbots so, die mit Kunden zu tun
Claudia: haben, also auch für Leute, die jetzt im Marketing sind und auch auf ihrer Startseite
Claudia: vorne auf der Internetseite so ein Chatbot haben.
Claudia: Sie müssen hinkriegen, dass der Kunde, die Kundin versteht, dass das jetzt gerade
Claudia: ein Chatbot ist, der technisch ist und kein echter Mensch dahinter irgendwas tippt.
Claudia: Das ist die Transparenzpflicht. Das kann man ganz einfach regeln.
Claudia: Erstens haben die Dinger immer so ein Gesicht, dass schon klar ist,
Claudia: das ist kein echter Mensch.
Claudia: Dann steht da, hallo, ich bin Tobi, ich bin der KI-Chatbot der Firma Talala.
Claudia: Damit haben sie dieser Transparenzpflicht schon Genügel getan.
Claudia: Also das Gesetz versucht zu verhindern, dass Menschen,
Claudia: Und getäuscht werden über eine KI und annehmen, auf der anderen Seite ist ein echter Mensch.
Claudia: Oder das ist ein echtes Foto gewesen. Oder tatsächlich Angela Merkel hat ein
Claudia: Bier getrunken mit Wladimir Putin.
Claudia: Das wäre Täuschung. Dann muss unbedingt dran stehen, Achtung, das ist mit KI gemacht.
Claudia: Und dann entscheidet ja jede Person wieder selber, will sie dann eben mit diesem
Claudia: Chatbot chatten oder nicht.
Claudia: Also das heißt, es ist nicht so, dass über alle der einzelnen Stufen,
Claudia: die man haben kann im HR-Bereich und mit KI-Tools macht im HR-Bereich,
Claudia: dass da immer sofort das riesengroße Damoklesschwert oben drüber ist und irgendjemand
Claudia: ruft 35 Millionen, 35 Millionen. So ist das nicht.
Claudia: Sondern es gibt eben sehr unterschiedliche Anwendungen. Nur erstmal grundsätzlich,
Claudia: es gibt viele Berufe, die man haben kann, mit KI arbeiten und sich sagen kann,
Claudia: naja, also dieses EU-Gesetz, ich schreibe immer dran, mit KI gemacht,
Claudia: dann bin ich raus aus der Nummer.
Claudia: Aber der HR-Bereich ist der, wo ich sagen würde, Leute, lieber einmal mehr nachgucken
Claudia: und lieber einmal mehr vorher aufmerksam sein, als hinterher zu sagen,
Claudia: ach, hey, das habe ich ja gar nicht gewusst oder da habe ich ja gar nicht drüber nachgedacht.
Stella: Wir kommen jetzt zum Abschluss nochmal Richtung Tools.
Stella: Das hatten Sie ja mehrmals so am Rande. Es gibt verschiedene Tools etc.
Stella: Gibt es denn da eins aus Ihrer Perspektive, was vielleicht quasi ein allumfassender
Stella: Service von Basis 1 bis Schritt 4 dann ist oder wie sieht da die Tool-Landschaft gerade aus?
Claudia: Ja, ich schmunzle schon deshalb, weil, was soll ich sagen?
Claudia: Egal, wenn wir das jetzt hier aufzeichnen, egal, was ich jetzt sage,
Claudia: das ist in vier, sechs, acht, zehn Wochen schon wieder veraltet.
Claudia: Das ist das eine. Das Zweite ist, es gibt nicht, wie immer, nicht das eine Tool,
Claudia: was für alle irgendwie passt und da ist alles perfekt drin,
Claudia: sondern es gibt je nachdem, was man haben möchte, in welchem dieser einzelnen
Claudia: Candidate Journey-Punkten gibt es Spezial-Tools.
Claudia: Und dann muss man noch fragen, bin ich eher ein KMU, also habe ich weniger Geld,
Claudia: ein kleines Unternehmen oder bin ich eher ein Großkonzern?
Claudia: Also Großkonzerne können sich
Claudia: eigentlich große Application-Tracking-Tools leisten. Da gibt es einige.
Claudia: Ich habe hier eine ganz große Auflistung mir auch gemacht, habe das auch nochmal durchrecherchiert.
Claudia: Also was ich sehr spannend fand, und ich bin nicht im HR-Bereich,
Claudia: das heißt, ich arbeite mit diesen Tools nicht. Ich gucke mir das jetzt aus meiner KI-Tool.
Claudia: Ich habe ein eigenes Trainingsinstitut, auch um KI-Tools beibringen zu können für Marketingleute.
Claudia: Aus der Brille gucke ich mir das an. Was ich super spannend finde im Moment
Claudia: ist Hire View, also Hire wie einstellen und View wie sehen.
Claudia: Das ist eigentlich ein ganzes Orchester von KI-Tools für HR,
Claudia: aber ich finde es deshalb spannend, weil das offenbar sehr stabile Tools schon
Claudia: hat dazu, dass man Kandidaten per Video, KI-Video,
Claudia: erst interviewt, also darüber eine Vorauswahl macht und diese KI screent eben,
Claudia: wie ist die Stimme, wie ist die Nervosität.
Claudia: Werden die ersten Fragen einigermaßen sinnvoll beantwortet. Wie geht die Bewerberin
Claudia: der Bewerber mit schwierigen Fragen um?
Claudia: Weicht die dann aus oder geht die dann so auf die 12? Um daraus eben ein bisschen
Claudia: über Charakter auch festzustellen, passt das in unsere Unternehmenskultur?
Claudia: Das fand ich super spannend.
Claudia: Dann gibt es ein Tool, was, wenn man das nicht mit Video machen will,
Claudia: sondern einfach nur mit Chatbot basiert. Paradox heißt das.
Claudia: Das macht dann eben vierterste Gespräche mit Bewerbern, das ist relativ günstig,
Claudia: also fängt so ab 500 Euro an den Monat.
Claudia: Eierview, da sind Sie sofort bei ein paar 10.000 Euro.
Claudia: Also das heißt, da sehen Sie schon ein bisschen die Spannbreite.
Claudia: Und dann gibt es, wenn man vorne am Sourcing, im Sourcing sind,
Claudia: also wir wollen überhaupt erst mal Stellenanzeigen schreiben.
Claudia: Wir haben eine Stellenbeschreibung, wir wollen jetzt eine Stelle besetzen.
Claudia: Wie suchen wir uns die Kandidaten?
Claudia: Davon finde ich gerade spannend. Die heißen Hirees, also Hire,
Claudia: wie wir im Englischen einstellen und EZ, Hirees.
Claudia: Die flöhen automatisch 30 Plattformen durch, wo Menschen wie wir sind,
Claudia: LinkedIn, Xing und alle möglichen anderen Plattformen und sucht eben passend
Claudia: zu der Stellenbeschreibung mögliche Kandidaten. Daten.
Claudia: Relativ günstig, kann sich also KMUs leisten, kleine Unternehmen und auch Großunternehmen,
Claudia: so zwischen 100 und 500 Euro im Monat.
Claudia: Aber auch das, man sieht schon, auch das lohnt sich nicht, wenn man eine Schellenanzeige hat.
Claudia: Das lohnt sich auch nur, wenn man das wirklich systematisch machen muss.
Claudia: Also ich könnte jetzt hier noch viel weiter machen, aber das sind so die,
Claudia: die ich jetzt sehr, sehr spannend fand.
Claudia: Letzter Punkt vielleicht für Screening und Hiring, also Raussuchen der Bewerber,
Claudia: die passen bis hin zu Hiring, die heißen,
Claudia: jetzt spreche es mit Sicherheit verkehrt, aus Mannatal, deutsch ausgesprochen,
Claudia: die haben eine kostenlose Testphase und die helfen eben bei.
Claudia: Aus ganz vielen Bewerbungen die richtigen rauszusuchen, die dann auch wirklich
Claudia: bis zum Hiring auch mitzubetreuen.
Claudia: Das ist also was, wenn man jetzt sagt, ich habe gar keine Ahnung,
Claudia: ob mir das helfen kann, was man mal ausprobieren kann in einer Testphase und
Claudia: zu gucken, wie viel das überhaupt.
Claudia: Aber Sie sehen schon daran, Brunter Blumenstrauß, so ähnlich wie im Marketing,
Claudia: Wir haben 600 Tools, die uns im Marketing helfen können.
Claudia: Da jetzt drei rauszuziehen und zu sagen, die sind es, wäre natürlich sehr fatal
Claudia: und sollte man auch nicht tun als Beraterin oder als Berater.
Claudia: Aber wenn ich jetzt anfangen würde mit, ich bin in einem großen Unternehmen,
Claudia: HR soll mir irgendwie helfen, KI-Tools sollen mir helfen, dann würde ich mir die angucken.
Claudia: Letzter Satz, immer tagesaktuell.
Claudia: Also wer auch immer das jetzt hört, in einem halben Jahr, selber suchen,
Claudia: unbedingt recherchieren, nicht einfach irgendeinen Tipp nehmen und sagen,
Claudia: wir machen das, lieber erstmal einmal selber reingucken.
Stella: Da muss ich den Transparenzhinweis geben, wir zeichnen am 6. Februar
Stella: 2026 auf, dann haben wir hier schon einmal den Zeitstempel drin,
Stella: so und jetzt kommen wir aber zur abschließenden Frage für diese Episode,
Stella: erstmal vielen Dank für diese Tool-Übersicht,
Stella: gibt es denn etwas, wo ich generell, wenn ich Tools auswähle,
Stella: darauf achten sollte, weil ich gebe mich ja immer in Jahren von Dritten quasi,
Stella: Also auch all diese Risiken, die wir gerade besprochen haben,
Stella: da können die Unternehmen ja nicht selber quasi ihre EntwicklerInnen dann dransetzen,
Stella: sondern ich muss ja auf bestimmte Punkte achten, gibt es da vielleicht ein paar
Stella: Stichpunkte, Bullet Points, die hier jeder mit rausnehmen sollte.
Claudia: Ja, sehr gerne. Ich mache auch KI-Trainings, Masterclasses und solche Sachen
Claudia: und der Tipp, den ich immer gebe, und das sind dann in der Regel Marketingleute,
Claudia: der Tipp, den ich immer gebe, ist, das Hauptproblem ist, man hat keine Zeit.
Claudia: Man muss ja irgendwas parallel noch zum Job machen, also hilft schon,
Claudia: wenn man sich das Ganze, diesen Elefanten in kleinen Scheiben teilt und sagt,
Claudia: heute nehme ich mir mal eine halbe Stunde Zeit und recherchiere erstmal durch,
Claudia: welche Tools können wir denn für die eine Aufgabe,
Claudia: die ich jetzt gerade habe, wo ich denke, ich mache das jetzt heute, das 23.
Claudia: Mal, warum gibt es da nicht ein KI-Tool dafür, eine halbe Stunde dann zu recherchieren
Claudia: und zu sagen, ach, hier sind drei Tools, die könnten helfen.
Claudia: Die dann vorzunehmen am nächsten Tag wieder eine halbe Stunde und zu sagen.
Claudia: Welches davon will ich mir denn leisten oder vielleicht erst mal gar kein Geld
Claudia: ausgeben, also einfach nur zu entscheiden, welches Tool probiere ich aus.
Claudia: Und das Tool dann am nächsten Tag, und das muss ein bisschen länger sein als
Claudia: eine halbe Stunde, vielleicht 45 Minuten mal auszuprobieren.
Claudia: Egal, worum es jetzt geht. Wenn ich nach 45 Minuten nicht den Eindruck habe,
Claudia: wow, das ist das beste seit geschnittenem Brot, das erleichtert mir das Leben,
Claudia: ich kann auch sofort damit umgehen.
Claudia: Wenn es das nicht schafft, dann ist es kein Tool für Sie.
Claudia: Und wenn Sie das jetzt wieder Marketing zum Beispiel, wenn Sie das drei,
Claudia: vier, fünf Wochen lang machen, immer vornehmen im Kalender, halbe Stunde heute
Claudia: KI, dann haben Sie sehr, sehr schnell einen sehr guten Überblick für Ihre Use
Claudia: Cases passenden KI-Tools.
Claudia: Und die Dinger sind alle so gebaut, dass sie ganz schnell den Usern 80 Prozent
Claudia: Erfolg bringen, in ganz kurzer Zeit.
Claudia: Deshalb sage ich immer so massiv, wenn ihr nach 45 Minuten nicht klargekommen
Claudia: seid, dann ist das nichts für euch.
Claudia: Aber dann ist das Tool nichts für euch, nicht ihr seid nichts für die KI.
Claudia: Also nicht aufgeben, unbedingt dran leiden.
Claudia: Und dann findet man die passenden Dinger. Und dann, letzter Tipp,
Claudia: leider, nicht verheiraten mit einem Tool. Also keins auf ein Jahr kaufen.
Claudia: Denn die Dinger entwickeln sich gerade so massiv noch weiter,
Claudia: dass sogar ein Monat schon lang ist.
Claudia: Also lieber flexibel bleiben, immer nur eine Monatslizenz kaufen,
Claudia: wenn man denn überhaupt Geld ausgeben will.
Claudia: Es kann sein, dass in einem halben Jahr irgendwie ein tolles Ding kommt,
Claudia: was man viel besser findet und dann der Blöd, wenn man an einem Tool dranhängt
Claudia: und noch ein halbes Jahr lang bezahlen muss.
Stella: Dankeschön für diese Tipp-Übersicht zum Abschluss. Wir merken uns die 45-minütige
Stella: Testspanne-Phase quasi und auch nicht dann einfach mit der KI aufgeben,
Stella: sondern weiter testen, auch wenn es Zeit kostet.
Stella: Und an der Stelle danke ich sehr herzlich für Ihre Zeit, Frau Bünte,
Stella: dass Sie heute bei uns bei t3n Arbeit in Progress zu Gast gewesen sind.
Claudia: Sehr gerne.
Stella: Und ich würde sagen, wir hören uns in der nächsten Woche wieder mit einer neuen Folge hier im Podcast.
Stella: Deshalb vergesst nicht, auf Abonnieren zu klicken, selbstverständlich.
Stella: Lasst uns gerne Bewertung da.
Stella: Feedback erreicht uns unter podcast@t3n.de. Und soviel zum Ausblick.
Stella: Wir werden in den nächsten Episoden über Arbeitszeitoptimierung sprechen mit
Stella: einem sehr interessanten Modell und zwar nicht der klassischen Eisenhower-Matrix,
Stella: die vielleicht auch der ein oder die andere kennt und vielleicht auch noch mal
Stella: rechtlich auf das Thema EU-AI-Act schauen.
Stella: Natürlich immer nutzwertig, also so, dass ihr dann nicht hinterher die Hände
Stella: über dem Kopf zusammenschlagt und denkt, oh Gott, oh Gott.
Stella: Also, ich freue mich, wenn ihr wieder dabei seid. Bis zum nächsten Mal und auf Wiederhören.
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