Introvertiert im Vordergrund: Wie fällst du ruhig auf?
Shownotes
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Transkript anzeigen
Stella: Introvertierte bekommen in der Arbeitswelt mitunter weniger Sichtbarkeit.
Stella: Darunter leiden sie selbst, aber auch für Teams bringt es Nachteile,
Stella: wenn gute Ideen zum Beispiel nicht die notwendige Aufmerksamkeit bekommen.
Stella: Und daher bekommt ihr in dieser Episode selbst Anregungen, wie ihr mehr Sichtbarkeit
Stella: bekommt, wenn ihr zum Beispiel eher introvertiert seid oder wie ihr auch als
Stella: Extrovertierte einfach ein besseres Klima schaffen könnt, was übrigens allen zugute kommt.
Stella: Mein heutiger Gast ist Christine Berges. Sie hat diese Erfahrung selbst gemacht
Stella: und heute arbeitet sie als Coach speziell mit introvertierten Personen.
Stella: Jüngst erschien ihr Buch Ruhig sichtbar werden, in dem sie introvertierten Tipps
Stella: für mehr Sichtbarkeit bei der Arbeit gibt, aber auch auf die Perspektive der
Stella: Extrovertierten eingeht.
Stella: Und übrigens, es gibt auch echt viele dazwischen und da würde ich mich selbst
Stella: so ein bisschen einordnen.
Stella: Ich bin Stella-Sophie-Wolzack, Host von t3n Arbeit in Progress.
Stella: Christine, lass uns doch gleich so anfangen. Welche Nachteile haben eigentlich
Stella: introvertierte Personen beruflich?
Christin: Ich glaube, dafür ist es ganz wichtig, sich zunächst einmal bewusst zu machen,
Christin: dass wir in einer Arbeitswelt leben, die Extroversion idealisiert.
Christin: Und tatsächlich auch in einer Gesellschaft. Es geht schon in Kindheit und Schulzeit
Christin: eigentlich los, dass wir doch bitte eher laut zu sein haben,
Christin: kommunikativ, durchsetzungsstark, selbstbewusst.
Christin: Also es ist ein sehr extrovertiertes Ideal, das uns da vorgelebt wird und an
Christin: dem wir uns stetig messen, gerade wir Introvertierten, und dann häufig das Gefühl
Christin: haben, wir sind irgendwie ein bisschen zu leise.
Christin: Und das setzt sich natürlich fort dann auch später in der Arbeitswelt,
Christin: wo wir das so ja sehr täglich eigentlich in kleinen und großen Herausforderungen spüren.
Christin: Da ist es nämlich auch ganz wichtig zu wissen,
Christin: Intro- und Extroversion unterscheidet sich nicht durch laut oder leise,
Christin: sondern tatsächlich durch unterschiedliche Denkstile, durch unterschiedliche Arbeitsstile.
Christin: Und wenn ich da auf eine introvertierte Person schaue, die erst nachdenken muss,
Christin: bevor sie eine Idee entwickelt hat und dann auch wirklich sprechreif machen
Christin: kann, wohingegen extrovertierte Ideen im Sprechen entwickeln,
Christin: ja, dann wird, glaube ich, relativ schnell klar, dass ein Meeting eher für extrovertierte
Christin: Persönlichkeiten gemacht ist.
Christin: Da steigen wir gleich ein ins Thema, da sprechen wir, da entwickeln wir Ideen im Sprechen.
Christin: Und da bleibt eigentlich nur
Christin: noch sehr, sehr wenig Denkraum dann für introvertierte Persönlichkeiten.
Christin: Die Ideen kommen dann häufig erst danach, aber dann ist es zu spät und niemand
Christin: hat die Ideen gehört. Und das finde ich sehr schade.
Stella: Und genau darauf gucken wir ja heute auch im Podcast auf dieses typische Meeting-Thema,
Stella: was, glaube ich, jeder auch schon mal erlebt hat.
Stella: Auch vielleicht Extrovertierte, dieses nicht zu Wort kommen,
Stella: ja eigentlich wollen, aber irgendwie, es kommt dann nicht so raus.
Stella: Aber ich würde sagen, damit jeder vielleicht sich so ganz grob auch selbst einordnen
Stella: kann, haben wir zum Einstieg oder hast du zum Einstieg einen kleinen Selbsttest mitgebracht.
Stella: Vielleicht Disclaimer, das schreibst du ja auch in deinem Buch.
Stella: Das ersetzt jetzt natürlich keine psychologische Einordnung,
Stella: sondern es ist eher dafür, so ein kleines Gefühl dafür zu bekommen. Magst du loslegen?
Christin: Ja, sehr gerne. Also an alle ZuhörerInnen, ihr könnt direkt mitmachen,
Christin: indem ihr eure Hände geballt vor euch auf den Tisch legt oder in euren Schoß legt.
Christin: Ich werde euch jetzt zehn Situationen vorlesen und ihr spürt einfach mal so
Christin: ein bisschen für euch rein, ist das eine Situation, die euch bekannt vorkommt
Christin: oder ist die euch eher völlig fremd?
Christin: Sollte es eine Situation sein, wo ihr so ein inneres Nicken verspürt,
Christin: also merkt, ja, da erkenne ich mich drin wieder, dann würde ich euch bitten, einen Finger zu heben.
Christin: Wenn ihr sagt, nee, das ist überhaupt nicht meins, dann bleibt alles wie gehabt.
Christin: Ich beginne, ich werde es auch relativ zügig vorlesen, weil es geht wirklich
Christin: darum, so ein bisschen aus dem Bauch heraus hier zu agieren.
Christin: Situation 1. Schaut jemand während meines Redebeitrags im Meeting komisch, nehme ich das wahr?
Christin: 2. Im Job fühle ich mich bei 1 zu 1 Gesprächen wohler als in einer Gruppe. 3.
Christin: Um zu einer Entscheidung zu kommen, wege ich Pro und Contra gewissenhaft ab.
Christin: Vier. Ich mag es lieber, tief in ein Projekt einzutauchen, als bei mehreren
Christin: Projekten nur am Rande beteiligt zu sein.
Christin: Fünf. Ich wünsche mir, mich und meine Ideen im Beruf besser durchsetzen zu können.
Christin: Sechs. Ich arbeite lieber allein als in einer Gruppe.
Christin: Sieben. Nach einem intensiven Workshop-Tag mache ich es mir am liebsten zu Hause gemütlich.
Christin: 8. Meine Arbeitsergebnisse stelle ich am liebsten erst vor, wenn sie final sind.
Christin: 9. Im Meeting verpasse ich oft den richtigen Augenblick, um meine Idee zu äußern.
Christin: 10. Smalltalk mag ich nicht, aber ich rede im Job gern über Dinge, die mir wichtig sind.
Christin: Das sind die 10 Situationen. Jetzt schau gerne mal, wie viele Finger du gehoben
Christin: hast. und sollten es zwischen 10 und 6 Finger sein, dann kann es sein,
Christin: dass du eher introvertiert bist.
Christin: Sind es 0 bis 4, bist du eher extrovertiert und bei 5, da bist du so dazwischen,
Christin: man nennt das im wissenschaftlichen Kontext auch ambivertiert.
Christin: Das heißt, je nach Situation kannst du dich eher introvertiert oder extrovertiert verhalten.
Stella: Und lass uns doch an dem Punkt schon einmal bleiben, weil du schreibst in deinem
Stella: Buch auch, es gibt häufig das Bild von Introvertierten als die graue Maus.
Stella: So von der Person, die halt generell eher zurückhaltend ist,
Stella: die nicht auffällig ist.
Stella: Ich wäre echt gespannt von den Zuhörenden, wie viele jetzt auch überrascht sind
Stella: nach der Einordnung und denken, oh, bin ich vielleicht doch eher in der Mitte
Stella: oder doch extra oder introvertierter, je nachdem.
Stella: Aber vielleicht kannst du uns das auch nochmal hier in dem ersten Drittel quasi
Stella: der Folge so ein bisschen erklären.
Stella: Introvertierte sind nicht die graue Maus, sondern was sind sie denn mitunter stattdessen?
Christin: Genau, das ist tatsächlich ein ganz häufiges Missverständnis,
Christin: auch wenn ich mit Führungskräften spreche.
Christin: Die denken immer so, die Introvertierten sind die im Team, die sich nicht trauen, was zu sagen.
Christin: Und tatsächlich ist es vielmehr so, dass es vielmehr Introvertierte gibt, als wir denken.
Christin: Wenn wir an die graue Maus denken, dann denken wir, da ist maximal ein, zwei Personen im Team.
Christin: Aber nein, das sind tatsächlich ein Drittel bis 50 Prozent, die eher introvertiert sind.
Christin: Und ich sagte schon, das hat weniger mit laut und leise zu tun,
Christin: sondern mit vielen anderen Faktoren.
Christin: Dass man beispielsweise vier Augengespräche bevorzugt, dass man Energie,
Christin: mentale Energie auflädt, indem man sich eher zurückzieht von sozialer Interaktion.
Christin: Ich glaube, das ist ein ganz wesentlicher Faktor. und es ist natürlich auch
Christin: dadurch gekennzeichnet, wie man arbeitet, dass man Projekte gerne erstmal zu
Christin: Ende bringt, bevor man sie anderen vorstellt.
Christin: Also dieses, die einen sind laut, die anderen sind leise, das ist viel zu kurz
Christin: gedacht. Also da geht es tatsächlich noch tiefer.
Stella: Und das, was du ansprichst, die einen sind laut, die anderen sind leise,
Stella: ist ja aber auch etwas, was schon in der Arbeitswelt so gelebt wird.
Stella: Das heißt, tendenziell eher die lauteren Ideen, da geht es ja ein bisschen dazu,
Stella: Dazu, dass es ja auch Hinweise gibt, wer zum Beispiel immer sehr präsent im Büro jetzt ist,
Stella: andere Debatte, aber fällt vielleicht eher auf, wird dann eher positiv gesehen,
Stella: vielleicht für die nächste Position vorgeschlagen.
Stella: Das heißt, dieses Thema Sichtbarkeit wird ja mit Lautstärke verknüpft,
Stella: das ist ja das eine und das bedeutet ja dann, und das schreibst du auch in deinem
Stella: Buch, dass häufig, und du hast es ja selber auch erlebt, Introvertierte dann
Stella: regelrecht inneren Druck verspüren nach dem Motto gut.
Stella: Dann muss ich jetzt extrovertiert sein. Und da hast du ja auch die Gummiband-Metapher
Stella: mit dabei, dass man immer so ein bisschen quasi, sagen wir mal an den persönlichen
Stella: Einstellungen, so ein bisschen an die Grenzen gehen kann.
Stella: Aber vielleicht erklärst du selbst einfach, was quasi das Gummiband mit diesem
Stella: Druck zur Veränderung zu tun hat.
Christin: Genau. Also wenn du dir vorstellst, dass ich ein Gummiband zwischen meinen Fingern
Christin: habe, dieses Gummiband steht stellvertretend für unsere Persönlichkeit,
Christin: Sei es jetzt extrovertiert oder introvertiert.
Christin: In meinem Beispiel ist es eher eine introvertierte Persönlichkeit.
Christin: Wozu wir tendieren im beruflichen Leben, weil halt dieses Ideal,
Christin: das eher lautend besteht, ist, dass wir versuchen, eher extrovertiert zu sein.
Christin: Das heißt, wir bringen dieses Band permanent auf Spannung.
Christin: Also wir versuchen permanent, er laut zu sein.
Christin: Und man kann sich vorstellen, dass dieses Aufspannung bringen einfach sehr viel Energie kostet.
Christin: Das heißt, es ist sehr, sehr anstrengend. Und das geht für eine gewisse Zeit,
Christin: vielleicht kennen das auch einige von euch, dass wir durchaus in der Lage sind,
Christin: uns beispielsweise für ein Vorstellungsgespräch eher locker, eher laut zu geben.
Christin: Und wenn wir dann versuchen, wir haben den Job bekommen und wir dann versuchen,
Christin: das auch dauerhaft zu tun,
Christin: uns also auch im beruflichen Alltag dauerhaft eher laut zu verhalten,
Christin: in Meetings, in Workshops, sei es bei Smalltalk, in der Kaffeeküche,
Christin: Dann bricht dieses Kartenhaus irgendwann zusammen.
Christin: Also dann merken wir irgendwann, dass es unheimlich anstrengend,
Christin: immer laut zu sein. Und es gelingt dann in vielen Situationen auch nicht.
Christin: Also wir gehen dann aus dem Meeting, ärgern uns, dass wir nichts gesagt haben,
Christin: ärgern uns, dass wir vielleicht in der Mittagspause eher zurückhaltend waren,
Christin: in dem Gespräch mit den KollegInnen.
Christin: Also das ist etwas, was temporär gut funktioniert, auf Dauer aber nicht.
Christin: Und darauf sollte man als introvertierte
Christin: Person so eine Art Sichtbarkeitsstrategie für sich aufbauen.
Christin: Also, dass man wirklich bewusst entscheidet, beispielsweise in der Wochenplanung,
Christin: was sind wichtige Meetings, steht vielleicht eine Präsentation an,
Christin: wo ist es wirklich wichtig für mich, in eine eher extrovertierte Sichtbarkeit
Christin: zu gehen und wo macht es aber vielleicht auch Sinn,
Christin: schon auch auf Sichtbarkeit zu setzen, wenn es in dem Moment wichtig ist,
Christin: aber das eher auf eine leise Art und Weise zu tun.
Christin: Also auf eine Art, die meinen Bedürfnissen, meinen Stärken entspricht.
Christin: Und da müssen wir oft ein bisschen kreativ sein, weil hier gibt es nicht so
Christin: viele Vorbilder im beruflichen Alltag.
Stella: Das führt mich jetzt ehrlich gesagt direkt zu der Frage, wir sind so ein bisschen
Stella: negativer eingestiegen. Welche Nachteile gibt es denn?
Stella: Aber bevor wir konkret auf Meetingsituationen gucken, welche Stärken bringen
Stella: denn tendenziell Introvertierte mit?
Christin: In der Arbeitswelt sind wir sehr auf diese extrovertierten Stärken ausgerichtet.
Christin: Das sehen wir in Bewerbungs-, also in Stellenprofilen, da wird sehr viel mit
Christin: diesen Worten, auch wenn es um die Auswahl von Führungskräften geht,
Christin: das schauen wir immer eher auf die lauten Attribute.
Christin: Aber tatsächlich würden Unternehmen, Organisationen ohne leise Stärken gar nicht funktionieren.
Christin: Das merkt man häufig, wenn dann eher leise Teammitglieder gehen,
Christin: also dann merkt man erst so richtig, was die eingebracht haben,
Christin: wie wertvoll und wichtig die eigentlich für Teams sind.
Christin: Und tatsächlich macht leise Persönlichkeiten vor allem aus, dass sie sich sehr
Christin: gut, sehr tief in Themen einarbeiten können.
Christin: Also sie sind wirklich ExpertInnen häufig auf ihrem Gebiet, machen natürlich
Christin: dadurch beispielsweise in KundInnen-Gespräche auch Eindruck,
Christin: indem sie wirklich zeigen können, dass sie sich sehr gut auskennen mit ihren Inhalten.
Christin: Sie sind häufig analytisch sehr gut aufgestellt. Das ist ein weiteres Thema.
Christin: Oder aber auch in Themen, in Momenten, wo es heiß hergeht, wo einfach viel los ist.
Christin: Also auch in Krisensituationen sind sie diejenigen, die auch einen kühlen Kopf
Christin: behalten können, die sehr weitsichtig denken.
Christin: Die Risiken im Blick haben. Also da kommt ganz, ganz viel zusammen,
Christin: was im unternehmerischen Kontext natürlich wichtig ist.
Christin: Und wir selber verlieren aber auch für unsere eigenen Stärken.
Christin: Also wir Introvertierte verlieren auch durch diesen Abgleich mit diesem extrovertierten
Christin: Ideal häufig den Blick auf das, was uns eigentlich ausmacht und das, was wir so gut können.
Stella: Was ja auch schade ist, du schreibst in deinem Buch auch, dass es ja auch ein Thema mit Empathie ist,
Stella: auch diese eine Frage, ich glaube, es ist direkt die erste, wie nehme ich eigentlich
Stella: wahr im Meeting, wenn jemand vielleicht irgendwie einen Gesichtsausdruck hat,
Stella: der eine bestimmte Emotion zeigt, das zeigt ja auch,
Stella: dass introvertierte Personen einfach da sehr empfänglich sein können,
Stella: auch zu schauen, hey, was passiert eigentlich gerade in meinem Umfeld?
Christin: Definitiv. Introvertierte haben eine sehr gute Beobachtungsgabe und einhergehend
Christin: mit Empathie können sie häufig wirklich der Fels in der Brandung sein für Teams.
Christin: Die Person, der Dinge anvertraut werden beispielsweise, weil sie natürlich auch
Christin: gute ZuhörerInnen sind.
Christin: Also auch da gut zuhören, wirklich auch ein Gefühl dafür entwickeln können,
Christin: wo drückt der Schuh und dann entsprechend auch einwirken können.
Stella: Was vielleicht an der Stelle auch wichtig ist, das heißt nicht,
Stella: dass Extrovertierte diese Fähigkeiten nicht haben.
Stella: Genauso heißt es nicht, dass alle introvertierten Menschen oder tendenziell
Stella: introvertierten Menschen super empathisch sind.
Stella: Das ist natürlich, das kann sein, das muss aber nicht sein, sondern ich glaube,
Stella: worum es dir auch in deinem Buch geht, ist einfach nochmal darauf aufmerksam zu machen.
Stella: Hey, auch die Introvertierten, ihr habt auf jeden Fall Stärke und es ist nicht
Stella: so, dass ihr quasi immer hinter den Extrovertierten so hinterherlaufen müsst.
Stella: Vielleicht sei das auch an der Stelle gesagt nicht, dass wir wollen hier eigentlich
Stella: nicht zwei Lager erzeugen, sondern genau im Gegenteil schauen.
Stella: Hey, wie können wir denn möglichst gut zusammenarbeiten, sodass alle Bedürfnisse,
Stella: egal ob extra oder introvertiert, auch Platz finden und das eben auch die Organisation
Stella: vorantreibt in gesunder Art und Weise.
Stella: Aber jetzt lasst uns doch mal auf das Thema Meetings schauen.
Stella: Ich glaube übrigens, dass es nicht nur für Introvertierte teilweise Stress pur,
Stella: sondern auch für Extrovertierte. Und ein Tipp, den du ja generell gibst,
Stella: ist Vorbereitung, Meetingagenda setzen.
Stella: Ich glaube, das würde jedem Meeting gut tun und es ist ja eigentlich auch so,
Stella: dass das generell immer geraten wird, also sich vorher einmal klar zu werden, hey,
Stella: Was wollen wir da eigentlich? Was sind die Ziele? Was sind die Aufgaben, die wir besprechen?
Stella: Aber in deinem Buch machst du ja auch ganz klar quasi drei Ziele auf,
Stella: die sich Introvertierte eher setzen sollten, bevor sie sich dann Gedanken machen,
Stella: okay, wie verhalte ich mich in dem Meeting? Was für Ziele sind das?
Christin: Genau, also einmal geht es um die Frage, ja vor allem, was möchte ich denn im
Christin: Meeting für mich erreichen? Worum geht es denn eigentlich?
Christin: Das erste ist erstmal eine grundsätzliche Sichtbarkeit zu erreichen.
Christin: Also wirklich mit einem Beitrag sichtbar zu werden.
Christin: Beim zweiten geht es vielmehr um Wirkung, also wirklich eine Idee zu präsentieren,
Christin: eine Grundlage dafür zu schaffen, diese dann im Nachgang natürlich auch umzusetzen.
Christin: Und bei der dritten geht es mehr darum, tatsächlich auch ein Stück weit in der
Christin: Rolle zu sein, dass ich einladend bin für ein Meeting.
Christin: Vielleicht in der Rolle als Teamleiter, als Teamleiterin, vielleicht aber auch
Christin: als mitarbeitende Person, die ein Meeting organisiert, weil sie beispielsweise
Christin: eine Projektleitung hat.
Christin: Also da sich ganz klar nochmal zu vergegenwärtigen, was ist denn überhaupt meine
Christin: Zielsetzung in einem Meeting.
Christin: Das kann unter Umständen auch bedeuten, das ist vielleicht mal ein Meeting,
Christin: das für mich gar nicht so relevant ist.
Christin: Hier darf ich mich zurückziehen, hier darf ich in dieser präferierten Rolle
Christin: bleiben, eher als beobachtende Person vielleicht teilzunehmen, auch das ist möglich.
Christin: Also so ein bisschen zu schauen, was ist denn eigentlich der Grad dessen,
Christin: welche Wirkung ich entfalten möchte in einem Meeting.
Stella: Lass uns doch quasi mit dem ersten Mal einsteigen, weil ich glaube,
Stella: die Sichtbarkeit ist ja so die erste Hürde, dieses nämlich generell
Stella: Ich möchte nicht mehr aus einem Meeting rausgehen mit dem Gedanken,
Stella: jetzt habe ich nichts gesagt und die Idee habe ich vor allen Dingen quasi,
Stella: während die moderierende Person abmoderiert hat, entwickelt.
Stella: Also wenn ich in dem Stadium mich quasi befinde, was kann ich denn dann konkret tun?
Christin: Genau, also Vorbereitung, du sagtest es gerade schon, ist da tatsächlich der Schlüssel.
Christin: Im Idealfall liegt mir natürlich ein Thema vor, worum geht es denn eigentlich
Christin: im Meeting? sollte das nicht da sein, auch gerne den Mut haben, danach zu fragen.
Christin: Also, was soll denn eigentlich der Kern dessen sein?
Christin: Machen wir ein Brainstorming? Gibt es eine bestimmte Herausforderung?
Christin: Dass man sich einfach die Voraussetzungen dann schafft, sich auch gut auf ein
Christin: Meeting vorbereiten zu können.
Christin: Und dann geht es gar nicht so sehr darum, wirklich eine Dauerpräsenz in einem
Christin: Meeting zu zeigen, sondern es reicht eigentlich, ein, zwei, vielleicht auch
Christin: drei Punkte zu bringen, die ich mir vorher aufschreibe. Also mehr muss es gar nicht sein.
Christin: Was ist eigentlich die Key Message oder auch die Idee, die ich gerne in diesem
Christin: Meeting teilen möchte, dass ich mir das nochmal klar mache,
Christin: mich darauf ausrichte und fokussiere, mir vielleicht auch so eine kleine,
Christin: gerade in virtuellen Meetings geht das ja gut, so eine kleine Note schreibe,
Christin: mir die an den Bildschirm klebe, um mich einfach daran zu erinnern,
Christin: das ist das, was ich sagen möchte.
Christin: Und dann ist es auch häufig natürlich so eine Überwindung, das kennen vielleicht
Christin: auch viele, so die ersten Worte zu sagen. Das ist ja meistens so herausfordernd.
Christin: Also da wirklich für sich zu schauen. Vielleicht ist man schon ein paar Minuten
Christin: vor dem Meeting im Raum, vielleicht schon mal kurz Smalltalk zu halten,
Christin: zu fragen in die Runde, wie geht's?
Christin: Also allein dieses schon mal gesprochen zu haben, hat einen unheimlich guten
Christin: und wichtigen psychologischen Effekt und kann da sehr hilfreich sein.
Christin: Um entsprechend was zu sagen und ja, tatsächlich der erste und der letzte Redebeitrag,
Christin: der bleibt immer am besten im Gedächtnis.
Christin: Also zu schauen, wenn ich gut vorbereitet bin, wenn es die Möglichkeit gab,
Christin: vielleicht direkt am Anfang einen Punkt zu setzen oder wenn ich merke,
Christin: oh, meine Idee kommt erst im Laufe des Gespräches, das dann am Ende zu tun.
Christin: Das kann durchaus eine Möglichkeit sein.
Christin: Und ja, Sichtbarkeit entsteht natürlich auch schon durch Dinge wie,
Christin: ist meine Kamera an, bin ich gut ausgeleuchtet,
Christin: Bin ich über die Kamera, wenn wir uns virtuell treffen, bin ich auf Augenhöhe
Christin: oder dann auch in Präsenz, wo setze ich mich hin?
Christin: Also ich habe früher dazu tendiert, mich gerade in großen Meetings irgendwie
Christin: sehr weit nach hinten zu setzen, am liebsten in die zweite Reihe.
Christin: Aber da wirklich zu schauen, dass ich mich eher in die Mitte des Tisches beispielsweise
Christin: setze, weil dann die Hürde, die Sichtbarkeit, die Aufmerksamkeit der anderen
Christin: zu gewinnen nicht so groß ist.
Stella: Aber das klingt auch schon so, als wie hast du es selber geschafft,
Stella: dich da auch zu überwinden, weil das sind ja dann auch genau,
Stella: man muss ja die ganze Zeit trotzdem aus seiner Komfortzone rausgehen.
Christin: Genau, also das ist natürlich etwas, das ich so tun würde, wenn es ein wirklich
Christin: wichtiges Meeting für mich ist.
Christin: Also da wirklich strategisch durch die Woche schauen, schauen,
Christin: welche Meetings stehen an, wo es ist wirklich für mich wichtig,
Christin: Präsenz zu zeigen, Sichtbarkeit zu zeigen und dann entsprechend vor dem Meeting
Christin: dafür sorgen, dass die eigenen mentalen Akkus aufgeladen sind.
Christin: Also dass ich nach Möglichkeit in der Zeit keine Gespräche führe,
Christin: sondern mich eher ein bisschen zurückziehe, wenn die Möglichkeit besteht,
Christin: vielleicht in der Mittagspause einen kleinen Spaziergang zu machen,
Christin: statt in großer Runde Mittagessen zu gehen.
Christin: Also da wirklich für sich als introvertierte Person drauf zu achten,
Christin: was helfen kann, die mentalen Akkus wirklich aufzuladen, dass ich mich dann
Christin: auch so fühle, dass ich denke, okay, da kann ich jetzt auch nach vorne gehen.
Stella: Und ein Punkt, den du ja nicht nur in dem Kontext angesprochen hattest,
Stella: sondern generell war ja auch, was nach dem Meeting kommt, dass das ja auch ein
Stella: ganz, ganz wichtiger Punkt ist, nämlich dieses Anknüpfen, vielleicht Ideen nachreichen.
Christin: Richtig, richtig. Also nach dem Meeting ist die Chance nicht vollends vergeben,
Christin: sondern ganz im Gegenteil.
Christin: Man sollte sie nach wie vor für sich nutzen, wenn man wirklich das Gefühl hat,
Christin: jetzt ist die gute Idee da.
Christin: Beispielsweise, indem man zwei, drei Punkte aus dem Meeting noch zusammenfasst
Christin: und dann ergänzt, mir ist nach dem Meeting noch eine Idee gekommen,
Christin: was haltet ihr denn von Punkt XY?
Christin: Also da wirklich den Mut zu haben, auch Ideen nochmal nachzureichen,
Christin: Entweder schriftlich, was ja eine Art der Kommunikation ist,
Christin: die Introvertierten sehr gelegen ist, da nicht spontan, man ganz in Ruhe nachdenken kann.
Christin: Und zum anderen natürlich gibt es auch die Möglichkeit, in ein Vier-Augen-Gespräch zu gehen.
Christin: Also das ist ja auch etwas, das hatten wir auch gerade im Selbsttest,
Christin: was viele Introvertierte bevorzugen,
Christin: dass man wirklich schaut, wer ist gerade projektverantwortlich,
Christin: wer war vielleicht auch die Person,
Christin: die eingeladen hat zum Meeting und da einfach nochmal an die Tür klopft oder
Christin: aber auch eine Nachricht schreibt und da entsprechend nochmal in den Austausch geht.
Stella: Wir gucken jetzt quasi auf das nächste Level, nämlich das Thema Wirkung zeigen,
Stella: was ja dann in dem Sinne auch anspruchsvoller ist, weil da geht es ja auch darum,
Stella: spontan auf die Redebeiträge der anderen zu reagieren und da dann natürlich
Stella: auch trotzdem seine eigenen Ideen einzubringen.
Stella: Also wenn wir darauf gucken, auf dieses zweite Ziel in Anführungszeichen,
Stella: hast du da vielleicht noch ein, zwei Tipps?
Christin: Also da kann man natürlich sehr schön schauen.
Christin: Wie kann ich denn jetzt sicher gehen, gerade wenn ich eine gute Idee habe,
Christin: auch schon im Vorhinein, dass ich das sicher platziere und da kann ich tatsächlich
Christin: auch im Vorhinein von einem Meeting schon für Sichtbarkeit sorgen,
Christin: indem ich die moderierende Person des Meetings, die einladende Person anspreche
Christin: und sage, ich habe da einen wichtigen Punkt,
Christin: Plane mich da mal fürs Meeting bitte mit ein.
Christin: Und dann habe ich tatsächlich im Vorhinein schon gesichert,
Christin: dass mir hier Redezeit eingeräumt wird und tatsächlich auch Redezeit,
Christin: die ich ja vorab sehr gut vorbereiten kann, wo ich mir schon ganz genau überlegen
Christin: kann, wie möchte ich das formulieren, wie mache ich da mal einen Punkt.
Christin: Das kann eine Möglichkeit sein und manchmal ergeben sich natürlich auch spontan
Christin: in einem Meeting dann Ideen, dass man da auch schaut, wie kann ich da unterkommen.
Christin: Da gibt es zwei Möglichkeiten.
Christin: Entweder ich suche eine Alternative zu der verbalen Ebene, also ich hebe die
Christin: Hand beispielsweise in Präsenz oder auch die virtuelle Hand und,
Christin: Oder ich schaue auch, wie ich mich so ein bisschen in die Diskussion auch einklinken kann.
Christin: Also vielleicht gab es einen Redebeitrag, der meiner Idee sehr nahe kommt oder
Christin: die beispielsweise schon ein gutes Argument geliefert hat, warum meine Idee
Christin: funktionieren könnte und dann wirklich zu sagen, ja,
Christin: ich möchte hier gerne nochmal anschließen an das, was Andrea gesagt hat.
Christin: Meine Idee dazu wäre XY.
Christin: Genau, das kann eine gute Möglichkeit sein, da dann auch nochmal Wirkung zu entfalten.
Christin: Oder aber auch hier im Nachgang, ganz ehrlich zu dem, was wir gerade schon besprochen haben.
Stella: All das, was du gerade gesagt hast, wo ich dir auch so zugehört habe,
Stella: da habe ich so gedacht, hey, das sind ja eben gerade, und das hatten wir ja
Stella: auch eingangs gesagt, nicht nur Tipps für introvertierte Personen,
Stella: sondern kann dir auch Extrovertierten helfen.
Stella: Weil was du ja auch mit deinem Buch immer wieder ansprichst,
Stella: auch mit diesem Titel Ruhig sichtbar werden, ist ja nicht nur ruhig im Sinne
Stella: von, was vielleicht die erste Assoziation ist im Sinne von nicht laut und weit raus,
Stella: sondern auch diese innere Ruhe zu transportieren, die introvertierte Tendenz
Stella: ja dann auch mitbringen, wie du ja auch in den Stärken erwähnt hattest.
Stella: Das ist auch ein ganz wichtiger Punkt für extrovertierte Menschen,
Stella: die gerade zuhören, nämlich auch das Thema Vorbereitung oder sich vielleicht
Stella: auch da ganz bewusst eben vorher schon zu überlegen, wo möchte ich denn meinen Punkt machen,
Stella: damit ich da auch gut wahrgenommen werde, damit ich auch in dem Moment vielleicht
Stella: nicht ausbreche und ganz viel rede, sondern genau den Punkt treffe.
Stella: Also vielleicht an der Stelle auch, wenn ihr euch vielleicht eher zu den Extrovertierten
Stella: zählt, auch das kann hier ja vielleicht nochmal ein Anreiz sein für eine Art
Stella: von Perspektivwechsel, der euch persönlich dann auch ganz direkt was bringt.
Stella: Und zuletzt in dieser Reihe gucken wir auf das Thema Verantwortung übernehmen.
Stella: Das ist ja dann quasi das Oberlevel, weil dann muss ich ja als introvertierter
Stella: Mensch vielleicht auch die Extrovertierten einfangen und moderieren und ganz,
Stella: ganz viel, ganz spontan machen.
Stella: Wie kann ich mich denn darauf gut vorbereiten und damit umgehen?
Christin: Genau, also wenn introvertierte Verantwortung übernehmen, dann ist es natürlich
Christin: Herausforderung und Chance aber auch zugleich.
Christin: Das heißt, wenn wir einladende sind von Meetings, dann haben wir natürlich die
Christin: Möglichkeit, diese Meetings auch gleich schon so zu gestalten,
Christin: dass sie einmal einem selber und natürlich auch anderen Introvertierten im Team zugutekommen.
Christin: Das heißt, ich kann mich vorab schon mal sehr gut strukturieren,
Christin: indem ich eine Meetingagenda für mich selber natürlich erstmal aufsetze,
Christin: an der ich mich orientieren kann, zum anderen diese aber natürlich auch teilen,
Christin: dass alle anderen die Möglichkeit haben.
Christin: Und gerade wenn es wichtige Projekte sind, kann ich natürlich auch im Vorfeld
Christin: schon schauen, wo könnte es denn Diskussionen geben, mit wem kann ich vielleicht
Christin: auch im Vorfeld schon mal sprechen, wo ich vielleicht davon ausgehe,
Christin: diese Person könnte Bedenken haben,
Christin: also auch da schon mal schauen, wo kann ich in meine bevorzugte Austauschvariante,
Christin: dem Vier-Augen-Gespräch schon mal gehen.
Christin: Und während des Meetings hilft es dann natürlich auch, schon mal am Anfang auf
Christin: die Agenda hinzuweisen, auch die Zielsetzung nochmal zu erklären und dann so
Christin: ein bisschen mit Fragen zu lenken, also da nochmal zu steuern.
Christin: Gerade wenn ich vielleicht auch das Gefühl habe, dass ein gewisser Punkt nicht
Christin: beachtet wurde, dann nochmal darauf hinzuweisen und zu sagen, Punkt XY,
Christin: Wenn wir den nochmal mit einbeziehen, wie verändert vielleicht das auch nochmal
Christin: die Richtung, in die wir jetzt gerade gehen.
Christin: Also das liegt der Introvertierten sehr, statt sehr entschlossen in eine Diskussion
Christin: zu gehen, ist eher vielleicht so ein bisschen moderierend, mit Fragen dann entsprechend zu steuern.
Christin: Also das kann eine Art und Weise sein, die Introvertierten aufgrund ihrer Stärken
Christin: sehr liegt und dann auch gleichzeitig natürlich zielführend ist entsprechend, genau.
Christin: Also da für sich so ein bisschen zu schauen und auch zusammenfassend beispielsweise zu agieren.
Christin: Also da die eigene gute Beobachtungsgabe zu nutzen,
Christin: die Gabe zu nutzen, wirklich Dinge gut zusammenfassen zu können,
Christin: auf den Punkt bringen zu können, auch vielleicht im Nachgang,
Christin: indem ich dann nochmal ein kleines Memo schicke, das waren hier unsere wichtigsten
Christin: Learnings, ich übernehme Aufgabe XY,
Christin: melde mich dann zu Termin X nochmal bei euch, dann mit den entsprechenden Ergebnissen,
Christin: also da für sich zu schauen, wie kann ich auf eine leise Art und Weise ein Meeting
Christin: für mich lenken und entsprechend moderieren.
Stella: Und auch auf eine sehr verbindliche Art und Weise, gerade was du gerade beschrieben
Stella: hast, also auch hinterher die Zusammenfassung, das ist ja auch wieder was,
Stella: wieder ein Punkt, wo dann ja alle von profitieren.
Stella: Du hast für dich eine Sicherheit, einen Überblick, aber gleichzeitig ist es
Stella: ja auch, ich glaube, ich nenne es jetzt mal Meeting einmal eins,
Stella: quasi sehr vorbildlich, dann auch bewusst eben hinterher nochmal zusammenzufassen,
Stella: was sind die Aufgaben, wie gehen wir damit jetzt vor.
Stella: Was an mehreren Stellen auch durchgeklangen ist, ist die Zusammenarbeit von
Stella: Introvertierten und Extrovertierten. Wie toll die sich ergänzen kann.
Stella: Du schreibst auch im Buch, du hast selbst die Erfahrung gemacht,
Stella: quasi mit so einem super beruflichen Duo, wo du jemanden an deiner Seite hattest, der extrovertiert war.
Stella: Und das würde ich so zum Abschluss des Podcastes gerne nochmal ansprechen.
Stella: Wie kann denn eben zum Beispiel im Projekt gerade so eine sehr gelungene Zusammenarbeit
Stella: zwischen eher Intro und Extrovertiert aussehen?
Christin: Genau, also Intro und Extrovertierte.
Christin: Das mag man auf den ersten Blick nicht meinen, aber geben tatsächlich ein perfektes Duo ab.
Christin: Denn wenn man sich mal so die Stärken setzt der verschiedenen Persönlichkeitstypen
Christin: anschaut, dann ergänzen die sich ganz wunderbar.
Christin: Also wir haben auf der einen Seite die eher Introvertierten,
Christin: die bedacht, sind reflektiert, sehr weitsichtig.
Christin: Dann vielleicht aber auf der anderen Seite ein bisschen zögerlich.
Christin: Und da kommen dann die Extrovertierten ins Spiel, die dann wirklich den Zug
Christin: nach vorne mit reinbringen.
Christin: Also es ist eigentlich eine sehr gute Kombination, um nur ein Beispiel zu nennen.
Christin: Und genau, du hast es ja gerade angesprochen, tatsächlich habe ich auch da selber
Christin: Erfahrungen mitgemacht.
Christin: Erst war ich etwas skeptisch. Also wir hatten ein Auftakt-Meeting und meine
Christin: extrovertierte Kollegin ist dann gleich mit zig Ideen um die Ecke gekommen.
Christin: Und ich dachte, ich habe gerade erst von dem Projekt gehört.
Christin: Ich muss mich eigentlich erst mal einarbeiten. Ich muss erst mal meine Gedanken dazu sortieren.
Christin: Also so ging es dann erst mal los.
Christin: Aber wir haben dann über die Wochen und Monate tatsächlich eine gute Vorgehensweise einfach gefunden.
Christin: Auch tatsächlich durch ein Stück weit Offenheit. Dass ich gesagt habe,
Christin: ich brauche erstmal ein bisschen, lass uns doch erstmal ein paar Stichpunkte
Christin: irgendwie auftun, in welche Richtung es jetzt gehen soll, dass ich einfach schon mal eine Ahnung habe,
Christin: dafür mich ein bisschen vorbereiten, ein bisschen recherchieren,
Christin: schon mal ein bisschen eintauchen kann und lass uns dann sprechen.
Christin: Also das waren dann so Dinge, wo wir wirklich sehr transparent darüber gesprochen
Christin: haben, was für eine Arbeitsweise uns eigentlich liegt.
Christin: Und ja, diese Kombination von der Bewusstmachung, was kann eigentlich der eine
Christin: gut, was kann eigentlich der andere gut, das auch zusammenzubringen und für sich zu nutzen.
Christin: Der eine ist eher so ein bisschen analytischer, tiefgehender unterwegs.
Christin: Die andere Person präsentiert dann vielleicht gerne nach außen,
Christin: übernimmt dann den Part.
Christin: Also man kann auch so ein bisschen schauen, wie teilen wir denn eigentlich die
Christin: Aufgaben, passend zu dem, was wir gerne tun und gut können, auf.
Christin: Und genau, also wenn man da sehr bewusst strategisch auch ein Stück weit mit
Christin: vorgeht, dann kann ein ganz wunderbares Projekt in der Zusammenarbeit zwischen
Christin: Intro- und Extrovertierten entstehen.
Stella: Da hätte ich auch noch ganz, ganz viele Fragen zu, aber wir müssen leider so
Stella: langsam zum Ende dieser Episode kommen. Eine Frage habe ich aber noch, die schaffen wir noch.
Stella: Du hattest ja jetzt auch in verschiedenen Punkten, wir haben über Meeting-Organisationen
Stella: unter anderem gesprochen. Wir haben jetzt gerade kurz das Thema Projekte angerissen.
Stella: Aber wenn wir nochmal aufs große Ganze schauen, welche Strukturen,
Stella: welcher Umgang wäre denn hilfreich, um generell einfach einen besseren Austausch
Stella: und ein besseres Miteinander zu schaffen, wo sich alle wohlfühlen und alle produktiv
Stella: miteinander arbeiten können?
Christin: Ganz wichtig dafür ist wirklich eine Transparenz und das Wissen darüber zu haben,
Christin: was hinter diesem Intro und Extro steht.
Christin: Welche Arbeitsweisen, welche Denkweise, dass man darauf eingehen kann.
Christin: Um nochmal ein, zwei Beispiele zu nennen. Stichwort Open Space Büro.
Christin: Das ist für Introvertierte sehr herausfordernd, weil Introvertierte einfach
Christin: optimal arbeiten können, wenn sie sich zurückziehen können.
Christin: Und da fehlen häufig Rückzugsmöglichkeiten. Also da wirklich zu schauen.
Christin: Dass es sowohl Arbeitsumgebungen als auch Austauschformate gibt,
Christin: die sowohl introvertierten als auch extrovertierten Persönlichkeiten zugutekommen.
Christin: Was sich tatsächlich gerade in der Zusammenarbeit bewährt hat,
Christin: ist ein zweistufiges Verfahren.
Christin: Also dass man erstmal die Möglichkeit hat, nachzudenken, jeder arbeitet für
Christin: sich und dann in den Austausch geht.
Christin: Häufig überspringen wir diesen ersten Schritt. Also das ganz grundsätzlich einzubauen,
Christin: das geht in jedem Format, sei es ein Meeting, sei es ein Workshop.
Christin: Also für all diese Formate macht das unheimlich Sinn. Also wirklich zu schauen,
Christin: was brauchen die Menschen, um gut arbeiten zu können? Wie denken sie? Wie arbeiten sie?
Christin: Und da eine Flexibilität innerhalb der Organisation zu gewährleisten,
Christin: das ist unheimlich wichtig und kommt letztlich dann allen zugute.
Stella: Das ist ehrlich gesagt, finde ich, ein ganz wichtiger Punkt,
Stella: weil auch wenn ich an dein Buch denke, da hast du ja auch genau das Beispiel
Stella: gebracht mit dem auch Open Space beispielsweise und dann auch ergänzt,
Stella: dass sich gezeigt hat, dass auch Extrovertierte sehr dankbar waren zum Beispiel
Stella: für Rückzugsmöglichkeiten,
Stella: wo sie einfach mal einen Rügenbereich hatten, auch um fokussiert zu arbeiten,
Stella: weil da ist ja dann tendenziell auch das Problem, oh,
Stella: hier blinkt wieder was Neues auf, hier passiert neuer Reiz, oh, oh, reagiere ich drauf.
Stella: Und ich finde, das fasst nochmal sehr, sehr gut zusammen, all das,
Stella: was du auch in diesem Podcast mit uns geteilt hast,
Stella: dass es ja ein Gewinn für beide Seiten ist und es gar nicht nur in Anführungszeichen
Stella: die introvertierten und die extrovertierten Menschen sind, sondern wir ja viel
Stella: mehr darauf schauen sollten, hey, was ist denn damit im Verbund?
Stella: Weil ich glaube ja persönlich, dass jeder diese Anteile in sich trägt.
Christin: Definitiv, ja, das ist so. Also jeder ist ein bisschen intro,
Christin: ein bisschen extro irgendwo
Christin: und wenn wir da die Möglichkeit haben, aber auch je nachdem,
Christin: wie unser Energiehaushalt heute aussieht, uns entsprechend dann Umgebungen oder
Christin: Formate auszusuchen, dann ist das natürlich ideal.
Stella: Schöner Abschluss, jeder ist ein bisschen Intro, jeder ist ein bisschen Extro
Stella: und wir sind leider am Ende dieser Episode.
Stella: Liebe Christine, vielen Dank, dass du heute bei uns zu Gast gewesen bist.
Christin: Ich habe zu danken, es war mir eine Freude. Vielen Dank für das schöne Gespräch.
Stella: Das freut mich zu hören und ich freue mich vor allen Dingen auch,
Stella: wie ihr das Gespräch empfunden habt, was ihr mitnehmen konntet.
Stella: Schickt uns doch sehr, sehr gern Feedback an podcast@t3n.de.
Stella: Ich freue mich, wenn ihr wieder einschaltet. Auf Wiederhören.
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